Film über das Leben von Pater Engelmar Unzeitig

Würzburg (DT/KNA) In der Würzburger Herz-Jesu-Kirche hat am Sonntag der Film „Stärker als der Tod“ über den im KZ Dachau gestorbenen Priester Engelmar Unzeitig (1911–1945) Premiere. Der Mariannhiller Missionar wird am 24. September in Würzburger Kiliansdom seliggesprochen. In dem 50-minütigen Beitrag macht sich Max Kronawitter auf Spurensuche, um die Beweggründe hinter dem selbstlosen Einsatz des Ordensmannes herauszufinden. Zu Wort kommen Zeitzeugen, Künstler, Schriftsteller und Beteiligte am Verfahren zur Seligsprechung. Aufgegriffen werden auch kurze Zitate aus mehr als 60 Briefen, die Unzeitig in seiner Zeit im KZ schrieb. Unzeitig ist der erste Geistliche des Ordens, der seliggesprochen wird. Er hatte sich in Dachau freiwillig zur Pflege von Typhuskranken gemeldet und dabei angesteckt. Der Vatikan erkannte den Geistlichen vor kurzem als Märtyrer an. Der aus Ostmähren stammende Unzeitig wurde 1939 in Würzburg zum Priester geweiht. Als Pfarrer im Böhmerwald setzte er sich im Religionsunterricht und in Predigten für die Rechte der Juden ein. 1941 wurde er von der Gestapo festgenommen und wenig später nach Dachau überstellt, wo rund 2 800 Priester interniert waren. Unzeitig rettete mehrere Mitgefangene vor dem Hungertod. Der „Engel von Dachau“ starb am 2. März 1945. Seine Asche wurde aus dem KZ geschmuggelt; die Urne befindet sich heute in einer Seitenkapelle der Mariannhiller Herz-Jesu-Kirche in Würzburg. Das Seligsprechungsverfahren für den Geistlichen war 1991 durch den damaligen Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele eröffnet worden. 2009 erkannte Papst Benedikt XVI. Unzeitig den sogenannten heroischen Tugendgrad zu und erklärte ihn zum „verehrungswürdigen Diener Gottes“. Zwei Jahre später wurde in Würzburg ein zusätzliches Verfahren zur Prüfung des Martyriums eröffnet und 2012 nach dem diözesanen Abschluss an den Vatikan übergeben. – Nach einer Seligsprechung ist die Verehrung der jeweiligen Persönlichkeit durch die Ortskirche möglich.

Die Premiere des Films findet am 6. März um 18.30 Uhr in der Würzburger Herz-Jesu-Kirche in Würzburg, Mariannhillstr. 1, statt.