Fellay schließt Spaltung der Piusbrüder nicht aus

Menzingen/Washington (DT/KNA) Der Generalobere der traditionalistischen Piusbrüder, Bernard Fellay, hofft auf eine Einigung mit dem Vatikan und schließt eine Spaltung der eigenen Bruderschaft nicht aus. „Es gibt einige Meinungsverschiedenheiten in der Gemeinschaft“, sagte Fellay am Wochenende der amerikanischen Nachrichtenagentur CNS: „Ich kann nicht ausschließen, dass es zu einem Bruch kommen könnte.“ Zugleich verurteilte die Bruderschaft jüngste interne Indiskretionen scharf. In der vergangenen Woche war im Internet ein Schreiben der drei anderen Bischöfe der Piusbruderschaft veröffentlicht worden. Darin sprechen sie von einer möglichen „Falle“ Roms und drängen Fellay, das angebliche Versöhnungsangebot Roms auszuschlagen. Dieser forderte seinerseits die andersdenkenden Bischöfe auf, das Angebot des Papstes nicht „aus Mangel an Realismus“ auszuschlagen, und warnte sie, nicht den Weg eines echten Schismas zu gehen. In einer offiziellen Erklärung auf der Website der Piusbruderschaft heißt es, der für die Indiskretion Verantwortliche habe „eine schwere Sünde auf sich geladen“. Dies werde „Unruhestifter ermutigen“. Die Mitglieder werden gebeten, darauf mit Schweigen und Gebet zu antworten. Für die kommenden Wochen rechnen Beobachter mit einer Antwort aus Rom auf Fellays jüngste Änderungsvorschläge für eine lehramtliche Aussöhnung. Mitte der Woche tagt die dafür zuständige vatikanische Glaubenskongregation; eine endgültige Entscheidung liegt bei Papst Benedikt XVI. Fellay verteidigte im Gespräch mit CNS seinen versöhnlichen Kurs gegenüber Rom, sagte aber zugleich: „Wir werden nicht Selbstmord begehen.“ Noch gebe es keine Vereinbarung, wird der Generalobere zitiert: „Die Sache ist noch nicht gelaufen.“ Es gebe noch Klärungsbedarf, ob die vom Vatikan „vorgeschlagenen Strukturen und Bedingungen gangbar sind“. Dies betreffe unter anderem liturgische Praktiken und Lehren der Gemeinschaft. Der Obere der Piusbrüder hält das Angebot des Papstes nach eigenen Worten für „aufrichtig“. Es sei Benedikt XVI. selbst, der den Anstoß für eine Lösung gegeben habe.