Erzbischof von Minsk: Dramatischer Pfarrermangel

Moskau (DT/KNA) Die katholische Kirche in Weißrussland kritisiert die Ausweisung von drei polnischen Pfarrern durch die Regierung in Minsk. Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz von Minsk und Mohilev sagte am Freitag russischen Medienberichten zufolge, wegen des großen Priestermangels würden dringend ausländische Pfarrer gebraucht. Auch die Slowakische Bischofskonferenz habe ihm nach den jüngsten Entwicklungen mitgeteilt, niemand wolle mehr in Weißrussland arbeiten. Die jetzigen 444 Pfarrer seien viel zu wenig für die 1, 5 Millionen Katholiken im Land, so Kondrusiewicz. Ideal wäre ein Pfarrer je tausend Gläubige, also 1 500 Priester. Auch Politiker der außerparlamentarischen Opposition verurteilten die Ausweisung. Die Regierungskommission für religiöse Angelegenheiten hatte den drei polnischen Pfarrern den weiteren Aufenthalt im Land verweigert. Die Geistlichen müssen nun zu Jahresende Weißrussland verlassen. Die Behörden werfen den Geistlichen der Diözese Grodno im Westen des Landes vor, ihre Gottesdienste in polnischer Sprache gefeiert zu haben. In der Region gibt es eine große polnische Minderheit. Es ist die erste Ausweisung von ausländischen Geistlichen seit 2006. Damals verwehrte Minsk zwölf polnischen Pfarrern und Ordensfrauen desselben Bistums die Verlängerung ihrer Visa.