Erzbischof Nona: Kampf gegen IS geht weiter

München (DT/KNA) Der frühere Erzbischof von Mossul, Amil Shamaaoun Nona, sieht nach der Befreiung der nordirakischen Stadt Mossul den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) noch nicht besiegt. Der IS sei nicht nur eine Kampftruppe, sondern eine Ideologie, sagte er in einem am Donnerstag in München veröffentlichten Interview mit dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“. Das führe zu einer Gesellschaft, die denke, sie habe das Recht zu tun, was sie wolle. Dazu gehöre die Überzeugung, ihr Glaube sei der einzige richtige und müsse deshalb den anderen aufgezwungen werden. „Mossul ist zwar militärisch befreit, aber der Kampf geht weiter“, so der Kirchenmann. Die Christen könnten in Mossul nicht einfach ein normales Leben wieder aufnehmen, wenn die Gesellschaft, die eine Ideologie wie den IS hervorgebracht habe, heute noch dieselbe sei wie vor drei Jahren. Eine Prognose, ob die geflohenen Christen wieder zurückkehren werden, wagt der Erzbischof nicht. Dafür sei es noch zu früh. Zuerst müsse es einen Überblick geben, wie massiv die Zerstörungen seien. Mit Freude beobachte er aber, dass in den Ortschaften der Ninive-Ebene der Wiederaufbau im Gange sei und immer mehr Familien zurückkämen. Unterstützung erhielten sie unter anderem von „Kirche in Not“. Auch die chaldäischen Gemeinden in Australien versuchten, ihren irakischen Geschwistern zu helfen.