„Erneuerung in Christus“

Regensburger Bischof ruft zu glaubwürdigem Zeugnis auf

Würzburg (DT) Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller ruft die Gläubigen in einem Hirtenwort dazu auf, den Blick „fest auf Christus zu richten“. Das Schreiben wird am Christkönigsfest in den Gemeinden verlesen.

Als Gemeinschaft aus schwachen Menschen bedürfe jeder einzelne Christ tagtäglich der Buße und der Erneuerung im Glauben und in der Liebe: „Das heißt ecclesia semper reformanda“, schreibt Müller und verweist auf den Apostel Paulus. Dieser gebe in seinem Brief an die Römer den entscheidenden Maßstab an die Hand, um die wahre Reform von einem falschen Aktionismus zu unterscheiden: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist“.

Reform bedeute für die Kirche also nicht, „ununterscheidbar zu werden von einer Gesellschaft ohne Gott“ unterstreicht der Regensburger Oberhirte. „Christus ist und bleibt die Form des Christ-Seins. Es gilt aufs Neue, Christus gleichförmig zu werden, ihn als unseren einzigen und wahren Lehrer zu erkennen.“

Mit Nachdruck weist Müller vordergründige Erklärungen der Kirchenkrise zurück: Nicht die Gebote Gottes, wie sie in der Morallehre der Kirche verkündet würden, seien die Ursache ihrer Übertretung. „Nicht die von Jesus vorgegebenen Lebensformen der sakramentalen unauflöslichen Ehe oder der evangelischen Räte der Armut, des Gehorsams und der keuschen Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen sind Ursache einer Kirchenkrise. Das Gegenteil ist wahr!“

Als Kriterium für die Glaubwürdigkeit der Kirche nennt der Bischof die Erfüllung der göttlichen Gebote: Wenn Ehegatten sich treu blieben, Ordensleute ihre Gelübde in Liebe zu Christus lebten und Zeugnis gäben von der kommenden Welt und wenn die Priester in Dienst und Lebensführung sich Christus, dem Hirten, Hohenpriester und Lehrer ganz zur Verfügung stellten. „Wenn wir so leben, dann ist es um die Glaubwürdigkeit der Kirche gut bestellt“, schreibt Müller wörtlich.

Wer auf Christus höre, „der durchschaut auch die Tricks und Schliche der antikirchlichen Propaganda, mit denen man uns den Glauben ausreden, das Vertrauen zu Papst und Bischöfen vergiften und so abspenstig von Christus machen will“. Der Regensburger Oberhirte ermutigt die Gläubigen, sich weder einschüchtern noch mundtot machen zu lassen. Die Antwort der Christen auf „die Herausforderungen der nächsten Zeit“ laute: „Unser Weg ist die Erneuerung aller in Christus“. Dafür empfiehlt Müller als das „wichtigste Zeichen einer Erneuerung in Christus“ die Wertschätzung der heiligen Messe. Damit verbunden sei die Wiederentdeckung des Sakramentes der Buße und Anstrengungen im karitativen Wirken vor Ort.