Englischer Märtyrer

Zum Gedenktag des heiligen Blutzeugen Cuthbert Mayne am 30. November. Von Katrin Krips-Schmidt

Cuthbert Mayne. Foto: IN
Cuthbert Mayne. Foto: IN

Der 25. Oktober war einst der Gedenktag zu Ehren der vielen hundert Engländer und Waliser, die im 16. Jahrhundert im Gefolge der Auseinandersetzungen zwischen dem Papst und dem englischen König Heinrich VIII. ihr Leben ließen. Im Jahr 1970 wählte der Vatikan stellvertretend für etwa 300 Blutzeugen des katholischen Glaubens 40 von ihnen aus, von denen jeder einzelne noch seinen eigenen Festtag hat. Cuthbert Mayne, der mit nur 33 Jahren unter der grausamen Königin Elisabeth I. verfolgt und exekutiert wurde, und dessen die Kirche am 30. November gedenkt, gehört zu ihnen. Es sind Männer wie Frauen, Geistliche wie Laien – als Gruppe wird ihrer jedes Jahr am 4. Mai gedacht. Paul VI. hat sie am 25. Oktober 1970 in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen.

Cuthbert Mayne wurde 1544 in Youlston in der Grafschaft Devon im Südwesten Englands geboren. Er wuchs bei seinem Onkel auf, einem ehemaligen katholischen Priester, der jedoch zur anglikanischen Kirche konvertiert war. In dieser Kirche, in der Cuthbert großgeworden und ausgebildet wurde, empfing er zunächst die Priesterweihe.

Während seines Theologiestudiums in Oxford waren die freundschaftlichen Kontakte mit Persönlichkeiten wie Gregory Martin und Edmund Campion (der wohl der berühmteste unter den katholischen Märtyrern Englands werden sollte) prägend für ihn. Unter ihrem Einfluss bekehrte sich Mayne ebenfalls zum römisch-katholischen Glauben, floh auf den Kontinent, wo er sich im englischen Seminar von Douai in Nordfrankreich zum katholischen Priester weihen ließ. 1576 kehrte er als Missionar nach Cornwall zurück. Dort fand er Unterschlupf auf dem Landgut des katholischen Komponisten Francis Tregian. Am 8. Juni 1577 wurde Mayne im Hause Tregians verhaftet. Man beschuldigte ihn, unter anderem das königliche Supremat über die Kirche geleugnet, die Messe gefeiert und eine Päpstliche Bulle sowie ein Agnus Dei-Medaillon ins Land geschmuggelt zu haben und verurteilte ihn zum Tod durch Erhängen und Vierteilen. Das Urteil wurde am 30. November 1577 in Launceston vollstreckt.

Am Tag vor seiner Hinrichtung teilte man ihm mit, er könne frei sein, wenn er denn den Eid auf die Verfassung schwöre. Als Antwort darauf nahm er seine Bibel, küsste sie und sagte: „Die Königin war niemals das Oberhaupt der Kirche von England, sie ist es nicht und sie wird es auch nie sein.“