Einladung an Moskauer Patriarch

Der Erzpriester von Basilika St. Paul vor den Mauern stellte das Programm zum Paulusjahr vor

Rom (DT/kath.net/zenit) Am Montagvormittag ist im Rahmen einer Pressekonferenz im Vatikan das Programm zum Paulus-Gedenkjahr (28. Juni 2008 – 29. Juni 2009) vorgestellt worden. Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, Erzpriester der Basilika St. Paul vor den Mauern, ging vor allem auf jene Initiativen ein, die in der Basilika selbst geplant sind. Der Kardinal erklärte, dass er den Patriarchen von Moskau und ganz Russland, Alexij II., zur Eröffnung des Festjahres am 28. Juni 2008 eingeladen habe.

Papst Benedikt XVI. hatte das Paulus-Jahr während der ersten Vesper des Hochfestes der heiligen Apostelfürsten Peter und Paul 2007 anlässlich des 2000. Jahrestages der Geburt des Völkerapostels ausgerufen. Der Heilige Vater erklärte damals unter anderem: „Der Völkerapostel, der sich besonders darum bemühte, die Frohe Botschaft allen Völkern zu bringen, hat sich vollkommen für die Einheit und Eintracht aller Christen aufgeopfert. Möge er uns bei dieser 2000-Jahrfeier leiten, schützen und uns helfen, in der demütigen und aufrichtigen Suche nach der vollen Einheit aller Glieder des mystischen Leibes Christi voranzuschreiten.“

Gleichzeitig erinnerte der Heilige Vater daran, dass die Kirche wie in den Anfangszeiten auch heute Apostel benötige, die bereit seien, sich selber aufzuopfern. Sie brauche „Zeugen und Märtyrer wie den heiligen Paulus“.

Kardinal Montezemolo kündigte an, dass Benedikt XVI. bald ein Dokument zur Verkündigung des Paulus-Jahres veröffentlichen und darin dessen Ziele festlegen werde.

Das Paulus-Jahr soll nach Worten des Kardinals den folgenden Zwecken dienen: der Wiederentdeckung der Gestalt des Apostels; dem Studium seiner zahlreichen Briefe, die an die ersten christlichen Gemeinschaften gerichtet sind; der lebendigen Wiederentdeckung der ersten Zeiten der Kirche; der Vertiefung der Lehren des Apostels; der Wallfahrt zu seinem Grab und den zahlreichen Orten, die er besucht hatte; der Belebung unseres Glaubens und unserer Rolle in der Kirche von heute im Licht seiner Lehren, und schließlich dem Gebet und dem Arbeiten für die Einheit der Christen in einem wahren „mystischen Leib Christi“.

Das pastorale Programm umfasst tägliche Liturgiefeiern, Gebetstreffen und die Feier des Bußsakraments.

Auf dem kulturellen Programm stehen die „lectio Pauli“ und die Katechese der Schriften des heiligen Paulus. Darüber hinaus werden in der Basilika Konferenzen und theologische Impulse sowie Konzerte stattfinden.

Das Wallfahrtsprogramm beginnt mit der Wallfahrt, die der Heilige Vater am 28. Juni 2008 nach Sankt Paul vor den Mauern unternehmen wird. Dabei wird eine „Porta Paolina“ (ein „Paulustor“) geöffnet und eine Paulus-Flamme entzündet werden, die das ganze Jahr über brennen soll. Die Besucher und Pilger der Basilika werden bis zum Ende des Paulus-Jahres Betreuung erfahren. Zu diesem Zweck wird ein Voranmeldungsbüro eingerichtet; Führer und Kopfhörer werden zur Verfügung gestellt. Das Römische Pilgerwerk wird Reisen zu den paulinischen Orten in Rom, aber auch in der Türkei, dem Heiligen Land und auf Malta organisieren. Darüber hinaus sind Führungen, Ausstellungen, Konzerte und Konferenzen in der Basilika vorgesehen sowie die Emission von Paulus-Briefmarken und einer Gedenkmünze zu einem Nennwert von zwei Euro durch das Governatorat der Vatikanstadt.

Ein mehrsprachiger Führer durch die Basilika ist in Vorbereitung. Zudem wird an einer neuen Ausgabe der Apostelgeschichte und Paulusbriefe gearbeitet. Eine neue Internetseite (www.annopaolino.org) soll unter anderem die Voranmeldung zu den verschiedenen Veranstaltungen ermöglichen.

Nachdem die Restaurierung des Papstthrones in der Apsis abgeschlossen ist, wird nun der Baldachin über dem Paulusgrab gesäubert und restauriert. Die bisherige Taufkapelle, die sich zwischen der Basilika und dem Kreuzgang befindet, wird zur ökumenischen Kapelle umgestaltet. Damit soll den Christen anderer Konfessionen ein besonderer Ort des Gebetes geboten werden.

Kardinal Montezemolo unterstrich während der Pressekonferenz im Vatikan, dass die Taufe jenes Sakrament sei, das all jene eine, die an Christus glauben und mit dem Siegel der Erlösung gezeichnet sind, während die Märtyrer der ersten Jahrhunderte Zeugnis für die ursprüngliche Einheit der ganzen Kirche ablegten.

Zum Abschluss äußerte der Kardinal den Wunsch, dass das Paulus-Gedenkjahr allen helfen möge, darum zu beten und sich dafür einzusetzen, dass Christus in ihnen lebe. Gleichzeitig solle es dazu anregen, mit Worten des Apostels Johannes gemeinsam darum zu beten: „dass alle eins sind“ (vgl. Joh 17, 21).