Eine Filiale Mariens im Herzen Deutschlands

Das Fatima-Weltapostolat in Petersberg bei Fulda lädt mit einem vielfältigen Angebot ein, den Glauben zu vertiefen. Von Christof Ohnesorge

Es ist ein einzigartiger Ort der Marienverehrung, der Betrachtung und des Gebets, der im 100. Jubiläumsjahr der Marienerscheinungen von Fatima Besucher aus Nah und Fern einlädt: die Fatima-Kapelle des Fatima-Weltapostolats Unserer Lieben Frau in Deutschland. Sie befindet sich in Petersberg bei Fulda und erfährt regen Zuspruch nicht nur aus Stadt und Landkreis Fulda. „Es ist unsere Aufgabe als Laienapostolat in der katholischen Kirche, den katholischen Glauben zu fördern und in besonderer Weise im Geiste der Botschaft von Fatima die Religiosität zu vertiefen“, unterstreicht Pfarrer Thorsten Kremer, Direktor des Weltapostolats in Deutschland. Mehr als siebentausend Mitglieder hat das Laienapostolat, das in 120 Ländern der Erde vertreten ist. Das Fatima-Weltapostolat, eine marianisch-apostolische Bewegung unter dem Dach der katholischen Kirche, begann 1947 in den USA. Das Fatima-Weltapostolat in Deutschland hat seine Zentrale seit 1997 in Petersberg bei Fulda. Am 25. Juni 2004, im Jubiläumsjahr des heiligen Bonifatius, wurde die Fatima-Kapelle durch Bischof Serafim de Sousa Ferreira e Silva von Leiria-Fatima und Bischof Heinz Josef Algermissen von Fulda im Beisein von Pater Ludwig Kondor SVD (1928–2009), dem Vizepostulator im Seligsprechungsprozess der Geschwister von Fatima und bedeutenden Experten der Erscheinungen, eingeweiht. Pfarrer Kremer, als Direktor Nachfolger von Monsignore Ludwig Vogel (gestorben 2014), hebt hervor, dass das Apostolat in der Mitte der Kirche steht, denn „die Marienverehrung gehört zum Zentrum des katholischen Glaubens“. Durch Gebet, Gottesdienste, Vorträge und das Bekenntnis jedes Einzelnen zum Glauben der Kirche arbeitet das Fatima-Weltapostolat mit an der Neuevangelisierung in Deutschland.

Papst Franziskus reiste im Mai nach Portugal und sprach die beiden seligen Seherkinder Jacinta und Francisco bei seinem Besuch in Fatima heilig. Pfarrer Kremer sieht in der Heiligsprechung der beiden jung verstorbenen Kinder die endgültige Bestätigung der Erscheinungen, die Lúcia, Jacinta und Francisco von Mai bis Oktober des Jahres 1917 jeweils am 13. des Monats in der Cova da Iria bei dem kleinen portugiesischen Ort erlebten. Sie ist für ihn auch eine Vertiefung und Stärkung der Botschaft von Fatima, die die Menschheit zur Umkehr und zur Buße ermahnt. „Diese Botschaft ist ganz und gar eine Botschaft des Heils. Wer sie lebt, tut gut daran und bringt reichlich Segen in die Welt“, ist Pfarrer Kremer überzeugt. Gläubige Portugiesen sind ihrerseits bis heute davon überzeugt, dass ihr Land vom Zweiten Weltkrieg verschont blieb, weil es sich am 13. Mai 1931 unter dem Eindruck der Bekehrungs-Botschaft Mariens der Gottesmutter geweiht hatte. Die Botschaft von Fatima bleibt gerade auch in der heutigen Zeit von großer Wichtigkeit, wie auch die beiden Vorgänger des jetzigen Papstes, Johannes Paul II. (1978–2005) und Benedikt XVI. (2005–2013), betonten. „Johannes Paul II. hat die Botschaft als die wichtigste Botschaft des Jahrhunderts bezeichnet“, ruft Erika Flügel in Erinnerung. Sie steht als Sekretärin dem Direktor zu Seite und ist Ansprechpartnerin für alle Besucher und Interessierten. Benedikt XVI. betonte bei seinem letzten Fatima-Besuch im Mai 2010: „Wer glaubt, dass die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.“ In der Heiligen Schrift sei häufig davon die Rede, dass Gott nach Gerechten suche, um die Menschen zu retten.

Zum 100-jährigen Gedenken an die Marienerscheinungen von Fatima gibt es ein umfangreiches Jubiläumsprogramm des Weltapostolats in Fulda. Den Auftakt bildete am 13. Mai der erste der schon seit vier Jahren immer am 13. eines Monats zwischen Mai und Oktober begangenen Fatima-Tage in der Rosenkranzkirche St. Maria (Maulkuppenstraße, 36043 Fulda), mit Beichtgelegenheit um 17.15 Uhr, Rosenkranzgebet um 17.30 Uhr und Heiliger Messe um 18 Uhr sowie anschließender Marienandacht und Aussetzung des Allerheiligsten. Am 13. Juni um 18 Uhr hält der Fuldaer Weihbischof Karlheinz Diez einen Festgottesdienst mit Lichterprozession um die Rosenkranzkirche. Hier finden auch weitere Veranstaltungen der Jubiläumswoche des Fatima-Weltapostolats (11. bis 18. Juni 2017) statt: am 14. Juni, um 19 Uhr eine Rosenkranzandacht mit eucharistischer Anbetung, am 15. Juni um 19 Uhr eine Sühneandacht mit eucharistischer Anbetung und am 17. Juni, um 19.30 Uhr eine meditative Stunde, an die sich um 20 Uhr ein Vortrag von Michael Hesemann zum Thema „Das Fatima-Jahrhundert – Marienerscheinungen, Päpste und die Zukunft der Kirche“ anschließt.

Am 12. Juni wird um 19 Uhr die heilige Messe in der Liobakirche in Petersberg gefeiert; im Anschluss folgen Rosenkranzgebet und Lichterprozession zum Marienküppel, wo sich seit 1995 zum Gedenken an die Weihe Deutschlands an das Heiligste Herz Jesu (1915) ein Heiligtum („Christus-Stätte“) des Apostolats befindet. Eine Vielzahl von Angeboten gibt es in der Jubiläumswoche im Fatima-Weltapostolat und der Fatima-Kapelle (Stettiner Str. 3, 36100 Petersberg): am Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag findet jeweils um 9 Uhr eine Messfeier mit Auflegung der Reliquien der seligen Seherkinder statt. Wochentags ist um 14 Uhr in der Fatima-Kapelle eucharistische Anbetung, an die sich um 15 Uhr der Barmherzigkeitsrosenkranz anschließt. Außer am Mittwoch wird jeden Werktag der neue Film über Fatima mit dem Titel „Das große Finale“ (circa 45 Minuten) im Konferenzraum gezeigt. Am Mittwoch sind ein Nachmittag für Kinder, ein Vespergebet, ein Jugendfilmabend über die Erscheinungen von Fatima und das Gebet der Komplet vorgesehen. Am Sonntag, 18. Juni, findet ab 14 Uhr ein Tag der Begegnung im Weltapostolat statt.

Regelmäßige Angebote des Apostolats richten sich an interessierte Gläubige: Montags ist um 8.30 Uhr heilige Messe, Montag bis Freitag um 15 Uhr Barmherzigkeitsstunde, Montagabend um 19 Uhr und Mittwochvormittag um 8.30 Uhr Rosenkranzgebet. Am Mittwochabend sind um 18 Uhr Gebetsstunde und Rosenkranzgebet, am Samstagabend um 18 Uhr Lobpreis, Rosenkranz und Aussetzung des Allerheiligsten. Am ersten Donnerstag im Monat wird von Mai bis September um 19 Uhr am Marienküppel und von Oktober bis April um 17 Uhr in der Fatima-Kapelle um Priester- und Ordensberufungen gebetet. Jeden ersten Samstag im Monat findet der Herz-Mariä-Sühnesamstag mit Rosenkranz, Betrachtung, Beichte und heilige Messe ab 9.30 Uhr statt. An jedem dritten Samstag im Monat ist Sühne-Nachtanbetung von 20 bis 24 Uhr.

Kontakt: Fatima-Weltapostolat U. L. F. in Deutschland e. V., Stettiner Str. 3, 36100 Petersberg, Tel. 06 61 / 63 859,

www.fatima-weltapostolat.de.