„Eine Beleidigung für den Frieden“

Jerusalemer Patriarch protestiert gegen israelische Sperrmauer

Beit Dschalla/Jerusalem (DT/KNA) Die katholische Kirche hat den Beginn der Bauarbeiten an einem umstrittenen Teilstück der israelischen Sperrmauer verurteilt. In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme forderte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem die israelischen Behörden auf, die Arbeiten bei Beit Dschalla unweit von Bethlehem sofort zu stoppen und ein Urteil des Obersten Gerichts abzuwarten. Die Sperrmauer und die Landbeschlagnahme seien eine „Beleidigung für den Frieden“. Den Angaben zufolge hatten israelische Bulldozer am Montag auf Privatgelände die Arbeiten an dem Mauerabschnitt wieder aufgenommen und rund 50 jahrhundertealte Olivenbäume entwurzelt. Ein Mitarbeiter des Patriarchats sagte, am Mittwochmorgen hätten sich katholische Christen zu einer Messe auf dem Gelände versammelt; sie seien jedoch von der Polizei am Gottesdienst gehindert worden. Anfang Juli hatte Israels Oberstes Gericht den Bau auf privatem christlichem Land teilweise gestattet. Damit korrigierte es ein eigenes Urteil vom April, das die geplante Mauerführung als unzulässig bewertet hatte. Die Menschenrechtsorganisation „Saint Yves Society“ wandte sich Anfang August erneut an die Richter; eine Entscheidung steht noch aus. Von der Sperranlage betroffen sind neben 58 christlichen Familien auch zwei Klöster und eine Schule des Salesianerordens.