„Ein offenes und konstruktives Gespräch“

Ökumenisches Spitzentreffen endet mit gemeinsamer Erklärung

Ein internes Papier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat zu Spannungen im Dialog zwischen den beiden großen Kirchen geführt (siehe DT vom 13. und 15. Oktober). Nach einem Gespräch, das Spitzenvertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwochabend in Karlsruhe führten, haben die Teilnehmer eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, das wir im Wortlaut dokumentieren:

Am 14. Oktober 2009 trafen sich Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Karlsruhe zu einem klärenden Gespräch. Es fand anstelle der turnusmäßigen Sitzung des evangelisch-katholischen Kontaktgesprächskreises statt. Das Gespräch wurde offen, konstruktiv und im Geist christlicher Geschwisterlichkeit geführt. Beide Seiten sind davon überzeugt, dass das beschädigte Vertrauen wiederhergestellt werden kann und wird. Stein des Anstoßes war ein Text über Vorgänge in der römisch-katholischen Kirche und das katholisch-evangelische Verhältnis, der der Kirchenkonferenz der EKD zu ihrer Sitzung am 2. Juli 2009 vorlag. Die Kirchenkonferenz hat sich diesen Text jedoch in keiner Weise zu eigen gemacht; sie hat ihn vielmehr klar zurückgewiesen. Er wurde später anonym, missbräuchlich und gezielt verbreitet. Die evangelische Seite betrachtet diesen Text als Missgriff. Sie bittet um Entschuldigung bei allen, die ihre Kirche und sich persönlich durch einzelne anstößige Aussagen beschwert fühlen müssen. Beide Seiten sehen in dem seit Jahrzehnten bewährten Kontaktgesprächskreis eine wichtige Plattform der vertrauensvollen Zusammenarbeit.

In der aktuellen Situation hatte das Klärungsgespräch Vorrang vor der Einhaltung des regulären Sitzungsrhythmus. Beide Seiten stimmen aber darin überein, dass der Kontaktgesprächskreis für die Bischofskonferenz und den Rat der EKD ein wichtiges Organ der Zusammenarbeit ist. Das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums für die Welt bleibt auch in Zukunft vordringlich. Dafür wird der 2. Ökumenische Kirchentag in München ein deutliches Zeichen setzen: „Damit ihr Hoffnung habt“.

Für die katholische Seite waren beteiligt: der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, Kardinal Karl Lehmann und Bischof Gerhard Ludwig Müller, dazu der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Hans Langendörfer SJ. Auf evangelischer Seite nahmen teil: der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, Landesbischof Ulrich Fischer und Landesbischof Johannes Friedrich, dazu der Präsident des Kirchenamtes der EKD, Hermann Barth.