Ein guter Anfang

Ein Pilgertagebuch vom Auftakt des Weltjugendtags in Krakau. Von Clara Wehler

Auf der Bloniawiese, wo der Eröffnungsgottesdienst stattfand, kamen die Gläubigen aus aller Welt zusammen. Foto: KNA
Auf der Bloniawiese, wo der Eröffnungsgottesdienst stattfand, kamen die Gläubigen aus aller Welt zusammen. Foto: KNA

1. Tag: Montag

Nachdem wir Sonntagnacht in Köln losgefahren waren, sind wir heute am Nachmittag in einem Dorf in der Nähe von Krakau angekommen. Sofort wurden wir herzlich von freiwilligen Helfern empfangen und konnten die Klassenzimmer der örtlichen Schule in Beschlag nehmen. Schon während der Busfahrt war diese besondere Stimmung spürbar: Es geht auf zum Weltjugendtag, wo junge Katholiken aus der ganzen Welt zusammenkommen, um gemeinsam zu beten und Gott zu loben – etwas ganz anderes, als eine coole Ferienreise mit Freunden, wo es nur um das reine Spaßerlebnis geht. Nein, hier geht es um soviel mehr. Es geht ums Auftanken im Glauben, zu erleben, dass die Kirche jung ist, dass sie besonders für junge Menschen einen Auftrag hat. Am Abend war in unserem Ort eine Willkommensmesse mit anschließendem Essen danach. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie jung und alt im ganzen Ort sich zusammenschließen, um uns eine schöne Zeit zu ermöglichen.

Am Abend dann hielten wir noch gemeinsames Gebet mit Abendlob und Rosenkranz. Es ist erfüllend, mit einer Gruppe, in der man gemeinsam betet, hier zu sein und zu sehen, dass wir als junge Christen alle mitten in der Welt stehen und die gleichen Probleme und Freuden haben, getragen von dem Wunsch, Gott hier in Krakau näherzukommen und in den Gesichtern und Gebeten vieler jungen Leute zu erleben.

2. Tag: Dienstag

Heute ging es relativ entspannt an. Um halb neun nahmen wir unser Frühstück in Empfang, das von einigen Frauen aus dem Ort liebevoll vorbereitet war, und hielten dann auf dem Sportplatz der Schule, in der wir übernachten, Morgenlob. Danach hatten wir noch ein wenig Zeit, weil heute auf dem offiziellen Programm die Eröffnungsmesse stand. Und so übten wir kurzerhand noch einmal das Weltjugendtagslied auf polnisch, dessen Aussprache uns ein dynamischer Priester mit Gitarre beibrachte. Dann ging es nach Krakau. Eine halbe Stunde Fußweg ins Zentrum und schon waren wir mitten im Getümmel von singenden jungen Leuten aus der ganzen Welt. Das ist das Besondere am Weltjugendtag: Die Teilnehmer kennen sich überhaupt nicht und wissen doch, dass der Glaube sie verbindet. Da gesellt sich der polnische Akkordeonspieler zum afrikanischen Trommler mit einem deutschen Gitarristen und schon sind alle begeistert dabei, Gott zu lobpreisen. Auf der Bloniawiese fand dann der Eröffnungsgottesdienst statt. Alle zusammen auf einer Wiese, wo man hinschaut Flaggen aus der ganzen Welt und die gemeinsame Messe, das ist Katholizismus. Vereint im Gebet und im Glauben an Christus lassen sich alle Grenzen überwinden.