„Ein Wagnis“

Ein Gespräch mit Helmut Matthies, Leiter der evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ und Mitglied des Vorstandes des Kongresses christlicher Führungskräfte. Von Heinrich Wullhorst

Helmut Matthies. Foto: Wullhorst
Helmut Matthies. Foto: Wullhorst
Herr Matthies, wie zufrieden sind Sie mit dem Kongress christlicher Führungskräfte 2015?

Es war ein Wagnis, den Kongress christlicher Führungskräfte in Hamburg zu veranstalten, gibt es doch im Norden unseres Landes wesentlich weniger kirchliches Leben als im Westen und Süden. Umso überraschter sind wir über das große Engagement evangelischer und katholischer Christen in Hamburg und Umgebung gewesen. Sie haben den Kongress entscheidend mitgestaltet und -getragen, so dass wir schließlich 3 200 Dauerteilnehmer hatten. Das bisherige Echo der Teilnehmer ist überaus positiv. Negativ war eine skandalös manipulierende Berichterstattung des NDR, die geradezu vom Hass auf Christen geprägt war und unter Teilnehmern wie im Internet für große Empörung sorgte.

Was ist die Kernbotschaft, die von diesem Kongress ausgeht?

Die Kernbotschaft des Kongresses lautet: Wer sein Leben nach christlichen Maßstäben führt, hat Gott auf seiner Seite, auch wenn er Niederlagen und Leid erlebt. Ein Leben schon nach den Zehn Geboten macht zufriedener und gelassener, weil es Orientierung gibt und eine tragfähige Basis bietet selbst über den Tod hinaus.

Was waren aus Ihrer Sicht die Höhepunkte der Veranstaltung?

Höchste Zustimmung erhielten nach meiner Beobachtung – gemessen schon allein am Beifall – die Referate des prominenten Katholiken Manfred Lütz (mit der Kernaussage: „Christen, kennt und bekennt euren Glauben!“) und von CDU/CSU-Fraktionschef Völker Kauder („Auf der Grundlage des Islam werden Menschen zu Terroristen“). Tief bewegend sind auf diesem Kongress die Berichte von Christen gewesen, wie sie auch im tiefsten Leid Gott erfahren haben.

Wodurch zeichnet sich eine christliche Führungskraft aus?

Dadurch, dass sie sich getragen fühlt vom lebendigen Herrn der Kirche, Jesus Christus, und nach seinem Vorbild zu leben versucht in der Gemeinschaft mit anderen Christen. In der Kongresserklärung heißt es auch: „Wer sich an Gottes Maßstäben orientiert, lehnt Korruption, Betrug, unfaire Löhne, überzogene Gehälter und Abfindungen genauso ab, wie Habsucht, Neid, Geiz und üble Nachrede.“