Ehemalige Manager der Vatikanbank verurteilt

Zwei leitende ehemalige Manager der Vatikanbank haben rund 47 Millionen Euro an Schaden durch falsche Investitionen und riskante Entscheidungen verursacht. Nun wurden sie vom vatikanischen Zivilgerichtshof für schuldig befunden.

Hauptsitz der Vatikanbank
Der Hauptsitz der Vatikanbank IOR im Turm des Nikolaus V. hinter der päpstlichen Residenz im apostolischen Palast im Vatikan. Foto: Romano Siciliani (KNA)

Der Zivilgerichtshof des Vatikan hat zwei ehemalige leitende Manager der Vatikanbank (IOR) des Missmanagements für schuldig befunden. Wie der Vatikan am Dienstagabend mitteilte, müssen die beiden Angeklagten für die entstandenen Schäden aufkommen. Laut italienischen Medienberichten vom Mittwoch waren die beiden Angeklagten, der ehemalige Generaldirektor, Paolo Cipriani, und sein damaliger Vize Massimo Tulli, im vergangenen Jahr bereits von einem italienischen Gericht verurteilt worden. Der Schaden, den die beiden verursacht haben, beträgt demnach rund 47 Millionen Euro. Entstanden sei er durch Missmanagement, falsche Investitionen und riskante Entscheidungen. Tulli war bereits im Juli 2013 entlassen worden. Das Urteil des Vatikangerichts ist Ergebnis einer zivilrechtlichen Haftungsklage, die die Bank im September 2014 eingereicht hatte. Anlass dafür waren nach Vatikanangaben interne Revisionen der Bank in der ersten Jahreshälfte 2013, nachdem der Deutsche Ernst von Freyberg neuer Chef des IOR geworden war. Er war von Februar 2013 bis Juli 2014 im Amt.

Die Vatikanbank IOR selbst wertet das Urteil als Beleg ihrer ernsthaften Bemühungen in den vergangenen vier Jahren, die Einrichtung zu reformieren.

DT/KNA