Durchbruch erreicht?

Israel: Vertrag mit Vatikan kommende Woche denkbar

Jerusalem (DT/KNA) Der Vatikan und Israel haben bei ihren Verhandlungen zum kirchlichen Status und zu Steuerfragen nach Medienberichten offenbar einen Durchbruch erreicht. Nach Angaben der Zeitung „Jedijot Achronot“ (Sonntag) ging dem Erfolg eine Intervention von Staatspräsident Schimon Peres voraus. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), bei Verhandlungen in der vergangenen Woche habe es „sehr große Fortschritte“ gegeben. Solange der Vertrag aber nicht unterschrieben sei, wollten beide Seiten „keine Einzelheiten“ mitteilen. Auf die Frage, ob der Vertrag während des Papstbesuches in Israel in der kommenden Woche unterzeichnet werden könnte, sagte der Sprecher: „Das ist zwar nicht das Ziel, aber es ist nicht undenkbar“. Laut „Jedijot Achronot“ (Sonntag) hatte Peres von Premierminister Benjamin Netanjahu und Finanzminister Juval Steinitz gefordert, die Verhandlungen etwa zur Steuerbefreiung katholischer Einrichtungen zum Abschluss zu bringen. Am Mittwoch hatte ein hoher israelischer Beamter, der aber nicht namentlich genannt werden wollte, bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten erklärt: „Der Vertrag könnte während der Papstvisite unterzeichnet werden. Und wenn nicht, dann eben einen Monat später.“ Am Donnerstag hatte das Jerusalemer Außenministerium von „signifikanten Fortschritten“ bei den seit 1993 andauernden Verhandlungen gesprochen. Laut Zeitung weigert sich Israel weiter, den Franziskanern den Saal des Heiligen Abendmahls auf dem Zionsberg zu übergeben. Der Saal steht seit 1949 als „Museum“ unter staatlicher Kontrolle. Die von mittelalterlichen Kreuzfahrern errichtete Halle beinhaltet auch eine muslimische Gebetsnische.