Diözesanversammlung: Tebartz kann nicht zurückkehren

Limburger Laiengremium erhöht den Druck: Vertrauen gestört – Neubeginn mit ihm nicht möglich

Wiesbaden (DT/KNA) Nach Auffassung der Diözesanversammlung des Bistums Limburg gibt es keine Chance für einen Neubeginn mit Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauensverhältnis zwischen Bischof und Diözese sei so nachhaltig gestört, dass „ein Neubeginn mit ihm nicht möglich erscheint“, teilte die gewählte Vertretung der Katholiken des Bistums am Sonntag in Wiesbaden mit. Tebartz-van Elst, der nach wie vor Bischof von Limburg ist, hatte in den vergangenen Wochen mehrfach signalisiert, er würde gerne in sein Bistum zurückkommen.

Der Bischof, der am Mittwoch 54 Jahre alt wird, steht wegen des Bauprojekts am Limburger Domberg und seiner Amtsführung in der Kritik. Papst Franziskus hatte am 23. Oktober entschieden, dass der Bischof bis zur Klärung der Vorwürfe eine Auszeit nehmen soll. Zugleich beließ der Heilige Vater Tebartz-van Elst im Amt und ernannte mit sofortiger Wirkung Generalvikar Rösch zum Verwalter des Bistums.

Zuletzt hielt sich Bischof Tebartz im bayerischen Benediktinerkloster Metten auf. Die Diözesanversammlung macht den Bischof verantwortlich für die hohen Kosten des Bauprojekts am Limburger Domberg. „Unabhängig von den zu klärenden Detailfragen sehen wir letztlich den Bischof von Limburg in der Verantwortung dafür, dass die Kostensteigerung für den Bau des Bischofshauses verschleiert wurde und dass das Recht der Glieder der Kirche, an der Entscheidungsfindung des Bischofs durch Beratung mitzuwirken, durch die Aushöhlung der vorgesehenen Beratungsverfahren verwehrt wurde“, heißt es in der Erklärung. Gefordert wird zudem, dass „die konkreten Demütigungen und Abstrafungen von Mitarbeitern im Bistum sorgfältig geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden“. Die im Bistum vorgesehenen Beratungswege müssten wieder genutzt und die kirchlichen Gremien wieder in die Lage versetzt werden, ihrem Auftrag gerecht zu werden. Die Diözesanversammlung zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass der Papst „mit klarem Blick auf unsere Diözese schaut“ und eine gute Lösung für den Bischof und die Diözese finde. Engagierte Katholiken müssten sich öffentlich für ihren Einsatz rechtfertigen und würden mitverantwortlich gemacht für Entscheidungen, in die sie in keiner Weise einbezogen worden seien, heißt es in der Erklärung.

Generalvikar Wolfgang Rösch, der an der Sitzung teilnahm, erklärte, es gebe keinen Kirchenkampf zwischen einem romtreuen Bischof und einem aufmüpfigen Bistum: „Es geht um ganz menschliche Dinge“, sagte er. Um konstruktiv damit umgehen zu können, brauche es die gründliche Aufarbeitung, aber auch innere Ruhe und Gelassenheit, die aus dem Glauben komme. „Wir müssen das kluge Maß zurückgewinnen.“ Rösch warb für eine gute Streitkultur, zu der Respekt vor anderen Meinungen und Menschen gehöre. Ihm gehe es darum, in der Zeit bis zu einer Entscheidung über die Zukunft des Bistums die Verwaltungsabläufe sicherzustellen und für ein konstruktives Miteinander zu werben.

Die Präsidentin der Diözesanversammlung, Ingeborg Schillai, ermunterte die Gläubigen, sich nicht zurückzuziehen, sondern sich weiter für das Bistum und für die Weitergabe des Evangeliums zu engagieren.