Die Botschaft Jesu Christi als Konstante

Hubert Gindert, Initiator des Forums Deutscher Katholiken, über den 10. Kongress „Freude am Glauben“ in Fulda Von Clemens Mann

Der Kongress „Freude am Glauben“ findet in diesem Jahr zum 10. Mal statt. Welche programmatischen Schwerpunkte werden zum Jubiläum gesetzt?

Dass wir uns einmal die wirkliche Situation der Kirche bewusst machen: Christen, besonders Katholiken, werden ihres Glaubens wegen weltweit verfolgt, blutig in Ländern der Dritten Welt, unblutig, aber nicht weniger wirksam, im Westen. Verfolgung ist für Christen nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall. Das Kongressthema „Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh.15,20) bringt das zum Ausdruck.

Das Jahr 2010 war für die Kirche in Deutschland ein sehr turbulentes Jahr. Inwiefern greift der Kongress die derzeitige Situation der Kirche auf?

Die Aufdeckung sexueller Missbrauchsfälle in einigen kirchlichen Einrichtungen und ihre Instrumentalisierung für eine antikirchliche Kampagne haben die Kirche monatelang im Griff gehalten. Man hat versucht, die Kirche insgesamt in einer Art Generalabrechnung auf die Anklagebank zu setzen und zu diskreditieren. Zwischen zölibatärem Priestertum und sexuellen Missbrauchsfällen wurde ein ursächlicher Zusammenhang konstruiert. Für Papst und Kirche ist seit der Regensburger Rede von Benedikt XVI. die Schonzeit endgültig vorbei. Themen auf dem Kongress, wie „Anstößige Wahrheit – Christsein in einer säkularisierten, relativistischen Gesellschaft“ tragen dem Rechnung.

Das Motto des Kongresses lautet „Die Kirche – Dienerin der Wahrheit und Zeichen des Widerspruchs“. Welche Überlegungen standen bei der Wahl des Leitwortes im Hintergrund?

Seit Jahren wird deutlich, dass die Kirche, die es noch wagt, das unverkürzte und unverfälschte Evangelium zu verkünden, zunehmend auf Widerstand stößt. Genau das ist aber ihre Aufgabe. Daher das Generalthema des Kongresses. Wir konnten allerdings bei der Planung nicht ahnen, dass dieses Thema ein solche Aktualität haben würde, wie wir das in diesem Jahr erlebt haben.

Seit 10 Jahren existiert das Forum deutscher Katholiken, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Verkündigung der katholischen Glaubenslehre in der öffentlichen Wahrnehmung zu fördern. Welche Früchte konnten bislang geerntet werden?

Eine Frucht ist die Erwartungshaltung, die die Kongresse geweckt haben. Die Teilnehmer wissen, dass es auf dem Kongress „katholisch zugeht“. Aktuelle Themen aus Kirche und Gesellschaft werden aus der Sicht der Kirche behandelt. Vorhandene Probleme werden, auch wenn sie gegen Tabus und politische Korrektheit verstoßen, in Erklärungen und Resolutionen angesprochen, zum Beispiel Religionsunterricht, schulische Sexualaufklärung, Genderisierung, forcierte Kinderkrippenpolitik, Sterben in Würde. Die Teilnehmer wissen auch, dass auf dem Kongress Gemeinschaften unterschiedlicher spiritueller Ausrichtung und verschiedener liturgischer Präferenzen willkommen sind. Lebensschützer können zeigen, was Abtreibung für die ungeborenen Kinder und Mütter bedeutet, ohne von ihrem Stand verwiesen zu werden. Insgesamt dadurch hat der Kongress „Freude am Glauben“ in der deutschen Kongresslandschaft einen unverwechselbaren Charakter bekommen, zu dem Teilnehmer aus ganz Deutschland kommen.

Zum Abschluss noch einen Blick auf die nächsten 10 Jahre: Welche Schwerpunkte wollen Sie für die Zukunft setzen? Welche neuen Projekte sind angedacht?

Die Schwerpunkte ergeben sich aus der Situation, in der Kirche und Gesellschaft stehen. Eine Konstante bleibt für uns die Frage, wie können wir den Menschen die Person und Botschaft Jesu Christi so nahe bringen, dass sie davon erfasst werden. Zu diesem Dienst sind wir Christen verpflichtet, weil viele, die Antworten auf ihre Fragen suchen, heute nicht mehr wissen, wohin sie sich wenden und wo sie Hilfe erfahren können.

Der 10. Kongress „Freude am Glauben“ findet vom 27.–29. August in Fulda statt.