Diakoninnen-Kommission kann arbeiten

Franziskus beruft die Mitglieder – Ziel ist die Untersuchung dieses Frauenamts in der frühen Kirche

Vatikanstadt (DT/KNA) Papst Franziskus hat eine wissenschaftliche Kommission zur Untersuchung der Geschichte des Frauendiakonats berufen. Dem Gremium gehören auch die in Wien lehrende Theologin und Spiritualitäts-Expertin Marianne Schlosser und der Bonner Dogmatiker Karl-Heinz Menke an, wie der Vatikan am Dienstag mitteilte. Sechs der zwölf Mitglieder des Gremiums sind Frauen. Geleitet wird die Kommission vom Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer. Sie soll sich mit dem Amt weiblicher Diakone befassen, „vor allem mit Blick auf die frühesten Zeiten der Kirche“, heißt es. Franziskus hatte die Kommission im Mai bereits angekündigt. Vielfach war diese Äußerung so verstanden worden, als sei damit auch die Prüfung einer möglichen Zulassung von Frauen zum Diakonat verbunden. Ende Juni wandte er sich gegen Medienberichte über eine angebliche Öffnung der Kirche für Diakoninnen. Die Kommission solle nur die Rolle der Diakoninnen in der frühen Kirche untersuchen, so der Papst.

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) belebte das Diakonat neu. Seit 1968 können auch verheiratete Männer zu „Ständigen Diakonen“ geweiht werden; sie streben also kein Priesteramt an. Ständige Diakone dürfen unter anderem das Taufsakrament spenden, Wortgottesdienste leiten und predigen, auch in der Messfeier. Sie dürfen den Eucharistischen Segen erteilen sowie verheiraten und beerdigen, nicht aber die Messfeier leiten oder Beichte hören. Auch Frauen waren in der frühen Kirche als Diakoninnen in speziellen Diensten der Gemeinde tätig, etwa in der Glaubensunterweisung, der Armenfürsorge und der Arbeit mit Frauen. Sie hatten aber nach Einschätzung vieler Kirchenhistoriker keine Funktion am Altar. In der lateinischen Westkirche sind Diakoninnen vom sechsten bis ins dreizehnten Jahrhundert bezeugt. In der Ostkirche lebte die Tradition der Diakoninnen weiter.