Der Tagesheilige: 11. Februar: Saturninus und die 49 Märtyrer

Von Joseph-Marie Dunning

Kaiser Diokletian hatte die Christen aufgefordert, die Bücher der Heiligen Schrift abzuliefern, damit sie verbrannt würden. Alle die sich weigerten, sollten getötet werden. Mitten in dieser Verfolgung stürmte im Jahr 304 eine Truppe von Soldaten im afrikanischen Abitina eine Heilige Messe und nahm den Priester Saturninus sowie 49 weitere Gläubige fest.

Die Gruppe wurde vor den Magistrat der Stadt geführt, um dort auszusagen. Sie bekannten ihren Glauben so fest und entschlossen, dass sogar die Richter ihren Mut lobten. Nach ihrer Aussage wurden sie gefesselt und nach Karthago gebracht, um vom Prokonsul verhört zu werden. Während der Reise sangen sie Hymnen und Lobgesänge, um Gott zu danken und zu preisen.

Als erster Gefangener erschien der Senator Dativus vor dem Prokonsul in Karthago. Der Prokonsul fragte ihn, wer er sei und ob er an den Versammlungen der Christen teilnehme. Dativus antwortete entschieden, ja, er sei Christ und bete gemeinsam mit den Christen. Auf die Frage, wer für diese Versammlungen der Christen verantwortlich sei, sagte ein Gefangener namens Thelica umgehend: „Der heilige Priester Saturninus und wir alle mit ihm.“

Ein Mann namens Emeritus erklärte, er habe sein Haus für die christlichen Versammlungen und für die Heiligen Messen zur Verfügung gestellt. Als der Vernehmungsbeamte ihn fragte, ob er ein Buch der heiligen Schriften habe, erwiderte er, er bewahre die heiligen Schriften in seinem Herzen.

Eine junge Frau, Victoria, war auf heroische Weise standhaft im Bekenntnis ihres Glaubens. Sie entstammte einer hochstehenden heidnischen Familie, hatte sich jedoch zum wahren Glauben bekehrt, als sie noch ein kleines Mädchen war, und dem Herrn ihre Jungfräulichkeit geweiht. Als ihre Eltern versuchten, sie zur Ehe mit einem heidnischen Adligen zu zwingen, sprang sie an ihrem Hochzeitstag aus dem Fenster und versteckte sich in einer Kirche. Aufgrund ihrer hohen Stellung und ihrer heidnischen Familie versuchte der Prokonsul besonders beharrlich und eindringlich, sie zur Verleugnung ihres Glaubens zu bringen, doch sie wiederholte beständig: „Ich bin Christin.“

In der Hoffnung, ihr Leben retten zu können, behauptete ihr heidnischer Bruder, sie sei verwirrt, von den Christen getäuscht worden und in keiner Weise für ihr Handeln verantwortlich. Victoria widersprach und sagte, sie seiaus freier Entscheidung Christin. Durch ihre Antworten stellte sie unter Beweis, dass sie geistig gesund war.

Ein anderes Kind, ein Junge namens Hilarion, bezeugte ebenfalls standhaft seinen Glauben. Er erklärte: „Ich bin Christ. Ich war bei der Liturgiefeier. Ich bin aus eigenem Antrieb dorthin gegangen; keiner hat mich gezwungen.“ Der Richter versuchte, ihm dadurch, dass er ihm mit kindischen Strafen drohte, Angst einzujagen, um ihn dazu zu bringen, seinen Glauben zu verleugnen, doch Hilarion lachte nur. Der Richter drohte ihm erneut und sagte: „Ich werde dir die Nase und die Ohren abschneiden lassen“, worauf der Junge antwortete: „Das können Sie machen, aber ich bin trotzdem Christ.“

Trotz Drohungen und Folter bekannten sich alle fünfzig Gefangenen großherzig zu ihrem Glauben. Ihr Mut leuchtet besonders hell, da im Laufe derselben Verfolgungswelle eine Zahl von Christen – einschließlich ihres Bischofs – auf beschämende Weise ihren Glauben verraten hatten.

Nach der Vernehmung wurden die Gefangenen wieder ins Gefängnis geschickt, wobei Hilarion und die anderen ausriefen: „Dank sei Gott!“ Sie alle starben dort, entweder aufgrund der Leiden und Folterqualen, die sie um der Liebe Christ willen ertragen hatten, oder aufgrund der langen Haftstrafe und der Härten im Gefängnis. Zu den fünfzig Märtyrern zählten Männer und Frauen, zwei Senatoren sowie eine Anzahl von Kindern.

Übersetzung aus dem Italienischen von Claudia Reimüller