Der Apostels Kaliforniens

Zum Gedenktag des seligen Missionars Junipero Serra am 28. August. Von Katrin Krips-Schmidt

Der Apostels Kaliforniens

Am 25. September 1988 nahm Papst Johannes Paul II. einen Ordenspriester aus dem 18. Jahrhundert als „Apostel Kaliforniens“ in den Kreis der Seligen auf. Der Franziskanerpater Junipero Serra ist einer der berühmtesten Missionare der Neuen Welt und gilt als Gründer der Stadt San Francisco.

Der neue Selige wurde am 24. November 1713 in Petra auf der Insel Mallorca geboren und auf den Namen Miguel José getauft. Mit sechzehn Jahren trat er am 14. September 1730 den Franziskanern bei und wählte als Ordensnamen Junipero, weil er sich das schlichte Gemüt des Franziskusgefährten Juniper (†29. Januar 1258) zum Vorbild nehmen wollte. Doch seine intellektuellen Fähigkeiten waren alles andere als schlicht. Junipero war äußerst begabt und studierte an der Universität „Lulliana“ in Palma, wo er den Doktortitel der Theologie erwarb. Nachdem er am Duns Scotus-Lehrstuhl für Philosophie in Palma selbst unterrichtet hatte und als wortgewaltiger Prediger tätig gewesen war, entschloss er sich, als Missionar nach Amerika zu gehen.

1749 überquerte er mit einigen anderen Franziskanern den Atlantik. Nach einem kurzen Aufenthalt in Mexiko-Stadt wurde er zu den Indianern nach Sierra Madre gesandt, wo er neun Jahre blieb und sich die Pame-Sprache von einem Indianer-Häuptling beibringen ließ. In diese Sprache übersetze er auch einen Katechismus, bevor er für weitere sieben Jahre nach Mexiko zurückkehrte.

Ein echter Sohn des heiligen Franziskus

Am 1. Juli 1767 erreichte er San Diego in Kalifornien. Zwei Wochen später gründete er die erste der kalifornischen Missionsstationen. Weitere sollten folgen: San Carlos (1770), San Antonio, San Gabriel (1771), San Luis Obispo (1772), San Francisco de Asis (1776), San Juan Capistrano (1776), Santa Clara (1777), San Buenaventura (1782) und Santa Barbara (1782). Diese Stationen und Klöster entwickelten sich in den folgenden Jahrzehnten zu größeren Städten, deren Namen noch heute an ihre Gründung durch christliche Missionare erinnern.

Pater Junipero ist der „Vater der kalifornischen Missionen“. In Kalifornien firmte er mehr als 5 000 Ureinwohner. Sein missionarischer Erfolg war so überwältigend, dass leicht in Vergessenheit gerät, dass er seinen Dienst unter schweren körperlichen Schmerzen verrichtete, doch er bat nie um Entlastung von seiner Arbeit. Erschöpft und krank starb er am 28. August 1784 in Monterey in Kalifornien. In Kalifornien haben viele Städte Straßen und öffentliche Einrichtungen, wie Schulen und Parks, nach dem berühmten Missionar benannt. Im Kapitol in Washington hält seine Statue die Erinnerung an ihn wach.

Bei der Seligsprechung sagte Papst Johannes Paul II. über den unermüdlichen Franziskaner: „Pater Serra führte die einheimischen Völker zu Christus. Er wusste sehr wohl um ihre heroischen Tugenden – wie sie sich etwa im Leben der seligen Kateri Tekakwitha gezeigt haben –, und er suchte auf der Grundlage ihres neugefundenen Glaubens als Personen, die von Gott geschaffen und erlöst sind, ihre wahre menschliche Entwicklung zu fördern. Auch die Mächtigen musste er im Geist des Jakobusbriefes ermahnen, die Armen und Schwachen nicht zu missbrauchen und auszubeuten. In der Erfüllung dieses Dienstes erwies sich Pater Serra als echter Sohn des heiligen Franziskus.“