Den Sonntag schützen

Katholiken und Orthodoxe betonen „Urfeiertag der Christen“

Regensburg (DT/KNA) Die katholische und die orthodoxe Kirche in Deutschland haben die Bedeutung des Sonntags als „Urfeiertag der Christen“ unterstrichen. Es gehe darum, ein mehr als 1 500 Jahre altes Kulturgut zu erhalten, sagte der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos von Deutschland am Dienstag in Regensburg. Was einst selbstverständlich zur öffentlichen Lebensordnung gehört habe, sei heute fragil und erklärungsbedürftig geworden.

Der katholische Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller appellierte an die Politiker, den Sonntagsschutz ernster zu nehmen. Die Menschen seien nicht für die Arbeit da, sondern umgekehrt, sagte der Bischof mit Blick auf die Diskussion um Sonntagsarbeit und längere Ladenöffnungszeiten. Der Sonntag als Zeit für Besinnung, Gebet und Familie rücke in den Blick, dass der Lebenssinn über ökonomische Zwecke hinausreiche. Die Bischöfe äußerten sich zum Abschluss einer Sitzung der Gemeinsamen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Kirche in Deutschland, die sie beide leiten. Die Kommission arbeitet seit 2007 und hat in Regensburg ein erstes gemeinsames Papier zur christlichen Bedeutung des Sonntags verabschiedet. Weitere Erklärungen zu den unterschiedlichen Traditionen des Ostens und des Westens mit Blick auf das Kirchenjahr sollen folgen.

Am Rande des katholisch-orthodoxen Gesprächsforums wurde zudem bekannt, dass sich die orthodoxen Bischöfe in Deutschland zu einer eigenen Bischofskonferenz zusammengeschlossen haben. Die konstituierende Sitzung fand bereits am vergangenen Samstag in Nürnberg statt. Das Gremium aus zehn Bischöfen und fünf Weihbischöfen repräsentiert rund 1,5 Millionen orthodoxe Christen verschiedener Herkunft in Deutschland, darunter der russischen, rumänischen, serbischen, georgischen, ukrainischen, griechischen und altorientalischen Tradition. Vorsitzender des Gremiums ist der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos von Deutschland (72). Zum Generalsekretär wurde Ipodiakon Nikolaj Thon gewählt, ein deutscher Geistlicher der russisch-orthodoxen Kirche.