Das Ordensjahr 2015 nimmt Gestalt an

Rom (gho) Fünfzig Jahre nach der Veröffentlichung des Konzilsdekrets „Perfectae caritatis“ über das Gott geweihte Leben will der Vatikan 2015 ein „Jahr der Gnade“ für die Orden begehen. Das hatte Papst Franziskus am 29. November bei einer Begegnung mit hundertzwanzig Oberen von Männerorden angekündigt und der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Institute des Gott geweihten Lebens und die apostolischen Gesellschaften, Kardinal Joao Braz de Aviz, hat gestern Grundlinien des Ordensjahrs vor Journalisten in Rom vorgestellt. Das Zweite Vatikanum, so Braz de Aviz, sei nicht nur für die Kirche, sondern besonders für die Orden ein „Wehen des Geistes“ gewesen. Diese seien in den zurückliegenden fünfzig Jahren einen „fruchtbaren Weg der Erneuerung“ gegangen, auf dem es aber auch „Schwierigkeiten und Ermüdungen“ gegeben habe. Es gehe bei dem Ordensjahr 2015 darum, so der aus Brasilien stammende Präfekt der Ordenskongregation, sich dankbar des zurückliegenden halben Jahrhunderts zu erinnern, auch wenn der Heilige Geist es in dieser Zeit zugelassen habe, dass man Augenblicke der Schwäche und der Untreue als „Erfahrung der Barmherzigkeit und Liebe Gottes“ erleben musste. Im Ordensjahr wolle man „unsere Schwäche bekennen, aber der Welt auch mit Freude und Kraft die Heiligkeit und Vitalität des Gott geweihten Lebens“ zurufen. Die Zukunft sei voller Hoffnung zu umarmen und die Gegenwart sei mit Leidenschaft zu leben, sagte Braz de Aviz. Der Sekretär der Ordenskongregation, Erzbischof José Rodríguez Carballo, kündigte eine Reihe von Veranstaltungen an, die der Vatikan organisieren will: Von der Eröffnung des Ordensjahr mit einer Papstmesse im Petersdom am 21. November 2014 über verschiedene internationale Konferenzen in Rom für junge Ordensleute und für Ausbilder in den Orden bis hin zu einem theologischen Kongress, der sich in Zusammenarbeit mit den Vereinigungen der Ordensoberen und der Päpstlichen Universitäten mit dem Thema „Die Erneuerung des Gott geweihten Lebens im Licht des Konzils und Perspektiven für die Zukunft“ befassen soll.