„Das Feuer Gottes annehmen“

Der Weltjugendtag und das Erbe des heiligen Johannes Paul II.: Ein Gespräch mit dem Metropoliten von Krakau Kardinal Stanislaw Dziwisz. Von Stefan Meetschen

Kardinal Stanis³aw Dziwisz. Foto: dpa
Kardinal Stanis³aw Dziwisz. Foto: dpa

Eminenz, im Sommer dieses Jahres empfangen Sie die Jugend der ganzen Welt zum Weltjugendtag 2016 in Krakau. Mit welchen Gefühlen schauen Sie auf dieses Ereignis?

Mit großer Hoffnung. Ich weiß, dass viele junge Menschen die Heimat von Johannes Paul II. kennenlernen wollen, weil er sie immer noch inspiriert und für sie ein Zeuge und Freund ist. Er ist auch ein Lehrer, den sie akzeptieren, weil sie spüren, dass er sie liebte und weiter liebt, auch wenn er von ihnen etwas verlangt. Die Zahl der Anmeldungen belegt, wie groß das Interesse am Weltjugendtag 2016 ist. Es haben sich Personen aus 172 Ländern angemeldet und es kommen ständig neue dazu. Das Organisationskomitee des Weltjugendtags erwartet Delegationen aus über 200 Ländern. Diese Zahl verrät eine große Begeisterung, auch in den fernsten Ländern, bei Menschen, die nie zuvor an einem Treffen in Polen teilgenommen haben.

Worin wird sich der WJT 2016 von dem Weltjugendtag vor 25 Jahren in Tschenstochau, auf Jasna Góra, unterscheiden?

Das Treffen auf Jasna Góra war außergewöhnlich. Es hatte einen deutlich religiöseren Charakter als frühere Weltjugendtage in Buenos Aires und Santiago de Compostela, die zwar sehr fröhlich waren, denen es aber etwas an tieferer religiöser Bedeutung fehlte. In Tschenstochau änderte sich deutlich der Charakter dieser Treffen. Das Gebet nahm mehr Raum ein. Die Veranstaltung wurde enger mit dem Erlebnis des Glaubens und der Erfahrung der Kirche verbunden. Tschenstochau war auch deshalb außergewöhnlich, weil es das erste Treffen war, bei dem die Jugend des Ostens teilgenommen hat: Junge Menschen aus der Ukraine, Weißrussland und Russland. Es war der erste Weltjugendtag mit Teilnehmern aus Ost und West. Ich erinnere mich an diese unglaubliche Erfahrung der Einheit Europas und an die große Freude von Johannes Paul II. Damals fiel der eiserne Vorhang.

Europa erlebt derzeit viele Spannungen. Kann der WJT 2016 in Krakau dazu beitragen, dass sich die Atmosphäre auf unserem Kontinent wieder etwas entspannt? Sich der Geist des Friedens und der Versöhnung ausbreiten?

Ohne Zweifel. Die Weltjugendtage haben ein friedliches Ziel. Man kann sagen, dass sie ein „Labor“ des friedlichen Zusammenlebens der Menschheit sind. Die Jugend sorgt mit ihrem Enthusiasmus für eine Stimmung der Einheit und der Freundschaft. Ich hoffe also, dass auch das Treffen in Krakau zum Wechsel der Atmosphäre in Europa beitragen wird: von Angst und Bedrohung hin zum Gefühl der Sicherheit und Einheit.

Zu einem Atmosphärenwechsel können vielleicht auch die Gäste, die zum WJT kommen, beitragen. Freuen Sie sich auf die Präsenz verschiedener Delegationen aus dem Ausland? Gerade auch auf solche anderer Konfessionen?

Wir freuen uns auf die Präsenz von jedem, der zum WJT kommen wird. Als Kirche sind wir offen für andere Konfessionen, wir verschließen uns vor niemandem. Darin besteht ja auch die Arbeit für den Frieden und die Bemühung um Sicherheit in Europa und in der Welt. Ich zähle auf die Präsenz der deutschen Jugend zusammen mit ihren Bischöfen. Ihr seid unsere nächsten Nachbarn! Viel hat sich zwischen uns verändert nach dem Briefwechsel zwischen beiden Bischofskonferenzen, in dem man die Worte findet, die bis heute ein klarer Wegweiser auf unserem Weg sind: „Wir vergeben und wir bitten um Vergebung.“ Dieses Erbe muss geschützt und weiterentwickelt werden. Ich bin davon überzeugt, dass das Kommen der deutschen Jugend zum WJT in Krakau die Freundschaft und das gegenseitige Vertrauen zwischen unseren Nationen vertiefen wird. Dies ist nicht nur für unsere Länder und Nationen wichtig, sondern auch ein großes Gut, das wir in den Weiterbau Europas hineinbringen können und müssen.

Was tut man eigentlich für die jungen Gläubigen der Welt, die nicht genug Geld besitzen, um am WJT 2016 teilzunehmen?

Seit längerer Zeit gibt es einen Solidaritätsfond, der armen Jugendlichen hilft, besonders denen aus der Dritten Welt. Darüber hinaus haben Freiwillige aus Polen die Initiative „Ticket für den Bruder“ organisiert, welche die Kosten decken soll, die für Jugendliche, die aus dreizehn Ländern Osteuropas und Transkaukasiens anreisen, mit dem Aufenthalt in Krakau verbunden sind. Es geht um Länder wie beispielsweise die Ukraine, Armenien oder Usbekistan. Wir wollen, dass niemand ausgeschlossen wird, von der Möglichkeit, dem Papst und anderen Jugendlichen zu begegnen. Es geht schließlich um ein großes Fest des Glaubens und um eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres der Barmherzigkeit.

Das Wort „Barmherzigkeit“ ist zum populären Begriff geworden. Wir sprechen über die „Barmherzigkeit Gottes“, aber auch über zwischenmenschliche Barmherzigkeit im gesellschaftlichen Sinn. Verwechselt man manchmal nicht diese Begriffe? Schließen sie sich gegenseitig aus oder ergänzen sie sich?

Die Barmherzigkeit Gottes und die zwischenmenschliche Barmherzigkeit bedingen einander. Die Barmherzigkeit ist vor allem das Gesicht Gottes. Die Barmherzigkeit ist eine treue Liebe, mit welcher der Schöpfer sich dem sündigen Mensch zuwendet, um ihn zu retten. Wenn der gefallene Mensch sich aufrichten lässt, wird das Geschenk der Barmherzigkeit Gottes für den Menschen zur Aufgabe, zu seiner inneren Berufung. Wer Gott um Barmherzigkeit bittet, sollte bereit sein, Barmherzigkeit auch gegenüber anderen zu zeigen. Daran erinnern uns die Worte unseres täglichen Gebets: „Vater unser, vergib uns unsere Schuld, so wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“. Wer die treue und vergebungsvolle Liebe Gottes erfahren hat, der ist berufen, diese gleiche Liebe dem Nächsten gegenüber zu verwirklichen. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Hilfe, sondern auch um geistige Unterstützung. Neben den leiblichen Werken der Barmherzigkeit (wie Hungrige speisen oder Fremde beherbergen) gibt es auch die geistlichen Werke der Barmherzigkeit (beispielsweise die Sünder zurechtweisen oder die Zweifelnden beraten). Beide sind wichtig, denn der Mensch ist Körper und Seele. Die authentische Barmherzigkeit sieht also immer den ganzen Menschen.

Auf welche Weise haben Sie die Barmherzigkeit Gottes in Ihrem Leben erfahren?

Oftmals habe ich die Barmherzigkeit im Leben von Johannes Paul II. gesehen. Ich kann bezeugen, dass er seine ganzen Aktivitäten auf das Gebet, auf die Vereinigung mit Gott, stützte. In Gott suchte er Inspiration und Unterstützung. Ich versuche diesem Vorbild nachzueifern. Bei der Arbeit und bei der Erledigung meiner Tätigkeiten bitte ich Gott um Unterstützung, ich bitte ihn um seine Gnade, ich zähle auf seine Barmherzigkeit. Meine Erfahrung der Barmherzigkeit ist eng mit der priesterlichen Berufung verbunden. Ich wollte Priester sein, und dies hat sich erfüllt.

Viele Gläubige verbinden mit Krakau die Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit, die Umsetzung der Visionen der Schwester Faustina. Warum dauerte es eigentlich so lang, bis diese offiziell von der Kirche anerkannt wurden?

Wie das menschliche Leben im Schmerz geboren wird, so muss alles, was im Leben groß ist, eine „Feuerprobe“ durchstehen. Die Vorsehung Gottes hat ihre Wege, ihre Zeit und Menschen, welcher sie sich bedient. Gott ist für Schwester Faustina durch den damaligen Erzbischof von Krakau, Karol Wojty³a, eingetreten. In der Zeit, als man gegenüber dem Kult der Göttlichen Barmherzigkeit skeptisch war, und er, weil man ihn schlecht verstanden hatte, sogar verboten war, leitete Erzbischof Wojty³a mit Zustimmung des Vatikans den Seligsprechungsprozess der polnischen Nonne in Krakau ein. Dies ging eng einher mit dem detaillierten Studium ihres geistigen „Tagebuchs“. Man musste genau prüfen, ob das, was Schwester Faustina notiert hatte, mit dem Depositum fidei übereinstimmt. Auf Bitte von Erzbischof Wojty³a kümmerte sich ein renommierter Theologe, Professor Ignacy Ró¿ycki, darum, der trotz seiner anfänglichen Skepsis das Gutachten lieferte, dass alles, was im „Tagebuch“ geschrieben steht, mit der Lehre der Kirche übereinstimmt. Das war erstaunlich, denn Schwester Faustina hatte nur drei Klassen auf der Grundschule absolviert; sie konnte also kaum schreiben und lesen. Der Seligsprechungsprozess verlief sehr gründlich, und später kam noch ein Wunder durch die Vermittlung von Schwester Faustina dazu. Man muss daran erinnern, dass noch vor der Seligsprechung bei der Glaubenskongregation die Bitte eingereicht wurde, die „Notifikation“, die den öffentlichen Kult der Göttlichen Barmherzigkeit verbat, aufzuheben. Bedeutsam ist auch die Tatsache, dass trotz des Verbots der Glaubenskongregation der mit dem Bild des barmherzigen Jesus verbundene Kult in der Kirche präsent blieb. Er entwickelte sich sozusagen auf inoffizielle Weise, unter den Menschen, die einfach ein solches Bedürfnis spürten.

Johannes Paul II. kam mit der Spiritualität von Schwester Faustina bereits während seiner Zeit auf dem Priesterseminar in Berührung. Wann fand Ihre erste Begegnung mit dem Kult der göttlichen Barmherzigkeit statt?

Obwohl Karol Wojty³a Schwester Faustina nie persönlich begegnet ist, kannte er die Kapelle der Schwestern der Gottesmutter der Barmherzigkeit in £agiewniki, des Ordens also, zu dem Faustina gehörte. Als Papst, als er die Basilika in £agiewniki weihte, sagte er: „Wer konnte sich damals vorstellen, dass dieser Junge, der zu dieser Kirche in Holzschuhen kam, einmal die Basilika der Göttlichen Barmherzigkeit konsekrieren würde?“ Ich selbst kam mit dem Kult der Göttlichen Barmherzigkeit am Ende meines Studiums im Priesterseminar in Berührung. Ich muss gestehen, dass man darüber nicht viel sprach. Obwohl £agiewniki so nah bei Krakau liegt, blieb das Priesterseminar der Entscheidung der Glaubenskongregation treu. Den Kult der Göttlichen Barmherzigkeit konnte ich als Priester besser kennenlernen, besonders als Sekretär des Metropoliten von Krakau.

Nun sind der heilige Johannes Paul II. und die heilige Schwester Faustina die offiziellen Patrone des WJTs in Krakau. Was bedeutet das eigentlich konkret?

Dies ist eine dieser Situationen, in welcher sich die Worte des Apostels Paulus bewahrheiten: einer pflanzt, ein anderer gießt, und Gott sorgt für das Gedeihen. Schwester Faustina, welche die Erscheinung Jesu erlebte und diese, so wie sie es vermochte, im „Tagebuch“ niederschrieb, gab den Funken der Göttlichen Barmherzigkeit weiter. Papst Johannes Paul II. tat alles, um diesen Funken in eine Flamme zu verwandeln. Die Wahrheit über Gott, der reich an Barmherzigkeit ist, soll die Herzen aller Menschen in der Welt entzünden. Eine der ersten Enzykliken von Johannes Paul II. heißt „Dives in misericordia“ (Über das göttliche Erbarmen). Ich hoffe, dass die Jugend, die nach Krakau kommen wird, zur Hauptstadt der Göttlichen Barmherzigkeit, dieses Feuer Gottes in ihren Herzen annehmen wird, um es zu allen Ländern der Welt weiterzutragen. Die heutige Welt, die durch Gleichgültigkeit und Hass „ausgekühlt“ ist, benötigt so sehr die Wärme des göttlichen Feuers.

Während man in Deutschland und anderen Ländern Westeuropas immer mehr Kirchen schließt, baut man in Polen weiterhin neue Kirche, neue Sanktuarien (Heiligtümer), darunter das der göttlichen Barmherzigkeit oder das Zentrum von Johannes Paul II., das sich ebenfalls in £agiewniki befindet. Wie ist das möglich?

Es stimmt, dass sich neben dem berühmten Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit in £agiewniki das Zentrum von Johannes Paul II. befindet. Dieses Sanktuarium soll das Studium der Spiritualität von Karol Wojty³a ermöglichen, und ein Ort sein, wo man das Wissen um die Lehre und die Persönlichkeit von Johannes Paul II. vertiefen kann. Im Zentrum gibt es auch das Institut des Interreligiösen Dialogs, dort werden verschiedene Workshops und Ausstellungen organisiert. Die Existenz eines solchen Zentrums ist nicht nur ein Privileg für die heutige Generation, es ist auch unsere Pflicht gegenüber zukünftigen Generationen. Was die neuen Kirchen betrifft: ihr Bau ist die Antwort auf das Wachstum Krakaus. Die Stadt erweitert sich, neue Stadtteile entstehen. Die Kirche versucht, unter den Menschen zu sein, dort wo sie wohnen und arbeiten. Natürlich haben wir auch in Polen Schwierigkeiten mit dem Säkularismus oder einem falsch verstandenen Liberalismus, aber in Polen fehlt es nicht an gläubigen Menschen! In der Erzdiözese Krakau liegt die durchschnittliche Zahl derjenigen, die am Sonntag zur heiligen Messe gehen, bei 50 Prozent, und im südlichen Teil der Erzdiözese gibt es Pfarreien, wo diese Ziffer sogar bei über siebzig Prozent liegt.

Auf welche Weise können andere Länder von der polnischen Kirche lernen?

Der Glaube wird durch das Zeugnis weitergegeben. Ich hoffe, dass das Zeugnis der polnischen Kirche Katholiken in anderen Ländern inspirieren kann, von denen auch wir lernen können. Die Kirche verfügt über sich stets erneuende Kräfte, weil in ihr Jesus Christus gegenwärtig ist. Man spürt diese Kraft besonders in neuen Gemeinschaften und Bewegungen, die zahlenmäßig manchmal nicht groß sind, aber durch ihr lebendiges Zeugnis vom Evangelium doch über eine enorme Einflusskraft verfügen. Das sind Zeichen der Vitalität der Kirche.

Die vitale Kirche Polens wird Papst Franziskus sicherlich freuen, wenn er im Sommer nach Krakau kommt und auch andere wichtige Standorte Polens besucht. Wird es trotzdem eine schwierige Pilgerreise für ihn? Die Popularität Johannes Pauls II. und Schwester Faustina ist enorm.

Als Papst Benedikt XVI. nach Polen kam, versuchten wir, ihn so zu empfangen wie früher Johannes Paul II. oder sogar noch besser. Polen sind gastfreundlich, und sie lieben den Heiligen Vater, unabhängig davon, ob er Pole, Deutscher, Italiener oder Argentinier ist. Ich bin davon überzeugt, dass der Papst, der die Barmherzigkeit zur Botschaft seines Pontifikats gemacht hat, sich in Krakau, der Stadt der Göttlichen Barmherzigkeit, gut fühlen wird. Franziskus hat die Göttliche Barmherzigkeit schon in seinem Familienhaus kennengelernt. Ich habe selbst von ihm gehört, dass er mit dem Kult des barmherzigen Jesus schon als Kind in Berührung kam, als er zusammen mit seiner Großmutter den Barmherzigkeits-Rosenkranz betete.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Freundschaft des emeritierten Papstes Benedikt XVI. mit Johannes Paul II.?

Ich denke mit großer Dankbarkeit an Papst Benedikt XVI.! Ich kann bezeugen, dass es zwischen Joseph Ratzinger und Johannes Paul II. eine herzliche Freundschaft, ein außergewöhnliches Verständnis und eine hervorragende Zusammenarbeit gab. Im vergangenen Jahr sagte Benedikt XVI. bei seiner Ansprache anlässlich der Verleihung des Ehrendoktortitels vonseiten der Päpstlichen Universität Johannes Paul II. und der Musikhochschule Krakau: „Ich freue mich vor allem darüber, dass auf dieser Weise meine Verbindung mit Polen, mit Krakau, mit der Heimat des großen Heiligen Johannes Paul II., vertieft wird. Denn ohne ihn ist es schwierig, sich meinen spirituellen und theologischen Weg vorzustellen.“ Ich denke, dass die Lehre von Benedikt XVI., seine tiefe und schöne Theologie, ein Schatz ist, der immer noch auf die Entdeckung wartet.

Ist es Ihnen nicht manchmal zu viel, ständig auf Johannes Paul II. angesprochen zu werden? Oder ist das Ihre Mission?

Ich sehe es nicht als Mission, sondern als Privileg! Karol Wojty³a war ein außergewöhnlicher Mensch. Es geht nicht nur um seine Lehre, sondern um seine Person, seine anziehende Persönlichkeit. Bis heute höre ich von Menschen, für welche die Begegnung mit Johannes Paul II. ein Wendepunkt in ihrem Leben war. Sie sagen: „Er hat mich wahrgenommen und so behandelt, als wäre ich der einzige Mensch in der Welt“, oder „Er hat mich gegrüßt und mit mir gesprochen“. Diese Haltung von Johannes Paul II. war eine Frucht seines Gebetslebens. Neben seinen vielen Aktivitäten war er ein Mystiker, der mit Gott vereint war. Ich denke, dass genau deswegen die Jugend so sehr an ihm hängt. Junge Menschen, die sehr sensibel für Authentizität sind, spürten bei ihm die Präsenz Gottes. Und das hat sich nicht geändert. Er hilft weiterhin beim Kontakt mit Gott. Ich bekomme viele Briefe von Menschen, die ihre Dankbarkeit dafür ausdrücken, dass sie durch die Vermittlung von Johannes Paul II. das Geschenk des Nachwuchses, die Gnade der physischen oder geistigen Heilung, oder andere Gnaden erhalten haben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich als Bischof verschiedene Momente und Schwierigkeiten erlebt habe, bei denen ich zu ihm gesagt habe: Johannes Paul II., ich habe Dir so viele Jahre gedient, jetzt hilf Du mir! Nie blieb meine Bitte ohne Antwort.