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Speyer: Anton Schlembach feiert silbernes Bischofsjubiläum

Speyer (DT/Re) Mit einem Festgottesdienst im vollbesetzten Kaiserdom hat der emeritierte Speyerer Bischof Anton Schlembach am Sonntag den 25. Jahrestag seiner Bischofsweihe gefeiert. An der Eucharistiefeier und der anschließenden Begegnung nahmen auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Bernhard Vogel, teil. Den Gottesdienst feierte der Jubilar mit zahlreichen Konzelebranten, darunter sein Nachfolger Bischof Karl-Heinz Wiesemann und der frühere Bischof von Würzburg, Paul-Werner Scheele, dessen Generalvikar Schlembach vor seiner Ernennung zum Bischof war.

Das Bistum als Lebensaufgabe und Leidenschaft

Schlembach sagte in seiner Predigt, das Bistum Speyer sei ihm zur Lebensaufgabe und Leidenschaft geworden. „Bereits bei meiner Bischofsweihe und Amtseinführung durfte ich erfahren: Du bist im Bistum Speyer angenommen und gut aufgehoben. So blieb es.“ Zwar habe es auch Probleme und Enttäuschungen gegeben. „Aber die Freude am bischöflichen Dienst war immer stärker“, versicherte Schlembach. Mit Nachdruck unterstrich er die entscheidende Perspektive seines bischöflichen Wirkens: „Papstbesuch, diözesane Lourdeswallfahrt, Seligsprechung, Firmungen, Altarweihen, Pastoralplan, Sparmaßnahmen – bei allen großen und kleinen Ereignissen meiner Amtszeit sollte es letztlich allein um ihn gehen: Jesus Christus. In ihm allein ist Heil.“ Ebenso sei es ihm ein Herzensanliegen gewesen, die marianische Tradition des Bistums weiterzuführen und seine marianische Prägung zu festigen.

Bei einer Begegnung nach dem Gottesdienst im Domgarten dankte Bischof Wiesemann seinem Amtsvorgänger für seinen „langen, treuen und aufopferungsvollen Dienst“. Er erinnerte an den Papstbesuch 1987, an seinen Einsatz für eine Neuevangelisierung, die Erarbeitung eines Pastoralplans, sein Eintreten für den Schutz des ungeborenen Lebens sowie die Seligsprechung des Pfälzer Priesters und Ordensgründers Paul Josef Nardini. Er würdigt Schlembach als einen Kirchenmann mit „Ecken und Kanten“. Wer Profil habe und deutlich Position beziehe, bekomme auch Widerspruch, so der Bischof.

In einem sehr persönlichen Grußwort dankte Ministerpräsident Kurt Beck für „das gute Zusammenwirken von Kirche und Staat“ in Schlembachs Amtszeit. Besonders hob er dessen Engagement für die schwachen, alten und sterbenden Menschen hervor. „Durch den Einsatz von Bischof Schlembach hat der Hospizgedanke im Land Fuß gefasst“, betonte Beck.

Der designierte Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Oberkirchenrat Christian Schad, würdigte „das offene und brüderliche Verhältnis“, das Schlembach zu den Protestanten aufgebaut habe. Durch das persönliche Gespräch sei „ein vertieftes Miteinander der Konfessionen entstanden“. Der Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller dankte für das vielfältige Engagement Schlembachs, das auch dem Ansehen der Stadt zugute gekommen sei. Auch eine große Abordnung aus Großwenkheim, der fränkischen Heimatgemeinde des Bischofs, war zur Feier des Jubiläums nach Speyer gekommen.

Schlembach stand bis zu seinem altersbedingten Rücktritt Anfang Februar 2007 fast 24 Jahre an der Spitze des Bistums Speyer. In der Deutschen Bischofskonferenz gehörte er der Kommission für weltkirchliche Aufgaben und der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen an. Mehrfach war Schlembach Nationaldelegierter der Bischofskonferenz für die Eucharistischen Weltkongresse. Im Streit um den Beratungsschein war er als einer der ersten Diözesanbischöfe aus dem System der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung mit Scheinvergabe ausgestiegen. Zur Unterstützung von schwangeren Frauen in Not gründete er die bischöfliche „Stiftung für Mutter und Kind“.

Papstbesuch und Seligsprechung Nardinis waren Höhepunkte

Von 1991 bis kurz vor seinem Rücktritt vom Speyerer Bischofsamt war er Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet „Deus salus“ (Gott ist das Heil). Schlembach, im unterfränkischen Großwenkheim im Bistum Würzburg geboren, wurde 1956 in Rom zum Priester geweiht. Bevor Papst Johannes Paul II. ihn zum Bischof ernannte, war er Würzburger Generalvikar. Zu den Höhepunkten seiner Zeit im Bischofsamt zählt er selbst den Besuch von Johannes Paul II. 1987 in Speyer und die Seligsprechung Nardinis 2006; Schlembach hatte den Prozess dafür auf den Weg gebracht.