Christen in Syrien aus IS-Gefangenschaft befreit

Homs (DT/KNA) In Syrien sind am Freitag nach Verhandlungen 15 Christinnen aus der Geiselhaft der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) entlassen worden. Wie der christliche Pressedienst „Aina“ am Samstag meldete, ist weiteren 20 Geiseln die Flucht aus der südwestsyrischen Stadt Karjatain nach Homs gelungen. Die Terrorgruppe hatte vor Wochen rund 270 syrisch-orthodoxe und syrisch-katholische Christen in der strategisch wichtigen Stadt gefangen genommen. Für die noch in ihrer Gewalt befindlichen Christen hat IS strikte, Scharia-ähnliche Regeln aufgestellt, wie Aina unter Berufung auf örtliche Kirchenführer berichtete. Demnach müssen sie einen muslimischen Schutzvertrag (Dhimma) unterschreiben und besondere Steuern zahlen, um wieder in ihre Häuser zurückkehren zu dürfen. Zu dem Regelkatalog gehören massive Einschränkungen der Glaubensausübung sowie eine Kleiderordnung für Frauen. Unterdessen laufen nach Angaben des vatikanischen Pressediensts „Fides“ Verhandlungen über die Freilassung von weiteren 271 Geiseln, darunter auch der im Mai von IS-Kommandos entführte syrische Geistliche Jacques Murad. Murad sowie die im August südlich von Homs entführten Christen und Muslime befänden sich in der Region von Quaryatayn nordöstlich von Damaskus. Örtliche Kirchenvertreter verhandelten derzeit über Mittelsmänner über deren Freilassung. Ihre Lage sei derzeit „stabil und sicher“, so „Fides“. Der römische Pressedienst „Zenit“ berichtete indes von einem Video, das den entführten Murad zeige und Anlass zur Hoffnung biete. Auch wenn der Beitrag keine Rückschlüsse über das Aufnahmedatum zulasse, seien sogleich Gerüchte einer unmittelbar bevorstehenden Freilassung des Geistlichen aufgekommen. Neben dem Video tauchte „Zenit“ zufolge außerdem ein angeblicher Brief Murads an seine Gemeinschaft auf, in dem dieser seine Mitbrüder dazu aufrufe, das Kloster Mar Musa zu verlassen, da die Lage in der Region sich für alle Christen verschärfe.