„Brücken zu den Menschen schlagen“

Verabschiedung von Weihbischof Karl-Heinz Wiesemann in Paderborn

Paderborn (DT/pdp) Freundlich und hilfsbereit, umsichtig und kraftvoll habe Weihbischof Wiesemann seinen bischöflichen Dienst absolviert. So kennzeichnete Erzbischof Hans-Josef Becker das Wirken von Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Erzbistum Paderborn. Weihbischof Wiesemann wurde am Freitag mit einem Pontifikalamt im Hohen Dom und einem anschließenden Empfang in der Bildungsstätte Liborianum aus dem Erzbistum Paderborn verabschiedet. Papst Benedikt XVI. hatte ihn im Dezember 2007 zum neuen Bischof der Diözese Speyer ernannt. Seine Einführung wird am 2. März im Speyerer Dom sein.

Als Bischofsvikar des Erzbistums Paderborn für Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur habe Weihbischof Dr. Wiesemann im Bereich der Kontaktaufnahme und Kontaktpflege von Kunst und Religion, Wissenschaft und Glaube Akzente gesetzt, die im Erzbistum aufmerksam wahrgenommen und von vielen geschätzt worden seien, sagte Erzbischof Becker beim Empfang für den scheidenden Weihbischof. Er habe sich seine „Leidenschaft für die Seelsorge, für den alltäglichen Dienst zum Heil des Menschen“ erhalten. Die Sorge um das Wohlbefinden und um eine solide Aus- und Fortbildung von Priestern und Laien im hauptberuflichen Dienst der Kirche sei ein Ausdruck seines gläubigen Interesses am Menschen, würdigte Erzbischof Becker das Wirken von Weihbischof Wiesemann, der auch Bischofsvikar für Priesterfortbildung und Berufungspastoral war. „Weil Dein Glaube und Dein Selbstverständnis als Priester und Bischof auf einem festen katholischen Fundament gebaut sind und durch deine römischen Studienjahre sowie durch Dein seelsorgliches Engagement als Pfarrer eine entscheidende Horizonterweiterung erfahren haben, verkörperst Du bei aller Grundsatztreue eine Dir eigene Form der Weltoffenheit: Sie lässt Dich schnell und problemlos die Brücke zu den Menschen schlagen und ist somit ein guter Resonanzraum deiner Botschaft.“

Die humanen Werte, die der christliche Glaube wie einen kostbaren Schatz in sich berge und in der langen Tradition des Christentums und der Kirche entfaltet und verkündet habe, lägen Weihbischof Wiesemann so am Herzen, dass er sie mit großer Entschiedenheit ins Gespräch bringe, so Erzbischof Becker weiter. „Deine in der christlichen Hoffnungsbotschaft verwurzelten Wertvorstellungen lassen Dich als einen leidenschaftlichen Freund und theologisch gebildeten Zeugen der Wahrheit des Glaubens erscheinen.“

Dompropst Wilhelm Hentze bedankte sich bei Weihbischof Wiesemann für sein besonderes Engagement im Bereich der Dommusik. Er habe damit deutlich gemacht, dass die Musik in der Paderborner Bischofskirche nicht allein Gotteslob, vielmehr zugleich ein wichtiges Element der Verkündigung sei. Auch die Einführung der monatlich stattfindenden Jugendvespern im Paderborner Dom sei unter anderem seinem großen Einsatz zu verdanken. „Paderborn bleibt dir ein Stück Heimat!“, sagte Dompropst Hentze und benannte dabei, dass der Bischofsstab des verstorbenen Paderborner Weihbischofs Hans-Leo Drewes, den Weihbischof Wiesemann bereits in seiner Paderborner Zeit als Weihbischof benutzt hat, als „Dauerleihgabe auf Lebenszeit“ jetzt nach Speyer gehe und sicherlich auch die Verbundenheit des neuen Bischofs der Diözese Speyer mit der Heimat festige.

In großer Dankbarkeit nehme er viel aus seinen „Paderborner Jahren“ mit, sagte Weihbischof Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt im Hohen Dom. Stellvertretend für die Bistumsleitung danke er insbesondere Erzbischof Hans-Josef Becker für „alle herzliche und mitbrüderliche Hilfe und Begleitung“. Die „mitbrüderliche Gemeinschaft“ unter den Bischöfen und im Metropolitankapitel des Hohen Domes sei ihm eine wichtige Stütze gewesen. Zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sagte er: „Bleiben Sie mir gewogen und verbunden im Gebet und seien Sie mir in Speyer immer herzlich willkommen.“