„Bruchstellen benannt“

Limburg: Homosexuelles Paar trifft Bistums-Vertreter

Limburg (DT/KNA) Zu einer zweieinhalbstündigen Unterredung sind am Donnerstagabend in Limburg das von dem Wetzlarer katholischen Dompfarrer Peter Kollas kürzlich bei einer Feier ihrer eingetragenen Lebenspartnerschaft im Dom gesegnete homosexuelle Paar und Vertreter der Limburger Bistumsleitung zusammengekommen; Kollas war wegen der Segnung von dem für ihn zuständigen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst als Bezirksdekan abberufen worden.

Der Leiter der Stabsstelle Kirchliches Recht im Limburger Bischöflichen Ordinariat, Thomas Schüller, sprach am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) von einem guten Gespräch. Es sei in wechselseitigem Respekt geführt worden. Kirchlicherseits seien allerdings auch die „Bruchstellen“ genau benannt worden. Als weiterer Vertreter der Bistumsleitung nahm neben Schüller der Limburger Seelsorgeamtsleiter Domkapitular Thomas Löhr an der Unterredung teil. Zur Abberufung von Kollas als Bezirksdekan hatte das Bistum mitgeteilt, eine Segnung eingetragener Lebenspartnerschaften durch katholische Seelsorger sei nicht möglich. Sonst könne der falsche Eindruck entstehen, dass die Kirche homosexuelle Lebensgemeinschaften der Ehe gleichstelle. Die katholische Kirche sehe sich zwar verpflichtet, für homosexuelle Personen angemessene Formen der Seelsorge zu suchen. Nach der Lehre der Kirche könne dies jedoch in keiner Weise zur rechtlichen Anerkennung oder Segnung von homosexuellen Lebensgemeinschaften führen.