Botschaftsschließung: Dublin rudert zurück

Dublin (DT/KNA) Die erst im November geschlossene irische Botschaft beim Heiligen Stuhl wird womöglich bald wiedereröffnet. Nach anhaltender Kritik aus der eigenen Partei kündigte Premierminister Enda Kenny am Mittwochabend eine Überprüfung der Entscheidung an. Irische Medien wie die Tageszeitung „Irish Independent“ (Donnerstag) werteten die Ankündigung als einen ersten Schritt, die Schließung zu revidieren. Parteimitglieder Kennys rechneten mit einer Wiedereröffnung binnen 18 Monaten, heißt es weiter. Die irische Regierung hatte die Botschaft offiziell aus finanziellen Gründen geschlossen und mit dem Sparkurs im Zuge der andauernden Wirtschaftskrise begründet. Allerdings wurde die Entscheidung in der Öffentlichkeit auch als eine Reaktion auf den Umgang des Vatikan mit den Missbrauchsskandalen in der irischen Kirche bewertet. Die Ankündigung Kennys könnte Probleme in der Regierungskoalition verursachen, da Außenminister Eamon Gilmore von der mitregierenden Labour-Partei die Entscheidung zur Schließung der Botschaft noch vor kurzem bekräftigt hatte.