Bonifatiuswerk eröffnet Diaspora-Aktion

Berlin (DT/KNA) Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hat am Sonntag in Berlin seine diesjährige bundesweite Diaspora-Aktion eröffnet. Mit zahlreichen Veranstaltungen im ganzen Land will das Hilfswerk auf die Probleme von Pfarrgemeinden in der Diaspora aufmerksam machen, also in Gebieten, in denen Katholiken in der absoluten Minderheit leben. Zum Abschluss wird am kommenden Wochenende in allen katholischen Gottesdiensten für die Arbeit des Bonifatiuswerks in Nord- und Ostdeutschland, Skandinavien und Osteuropa gesammelt. Bei der Kollekte im vergangenen Jahr kamen gut drei Millionen Euro zusammen. „Werdet nicht müde, von IHM zu sprechen“ heißt in diesem Jahr das Motto der Aktion, die auch neugierig machen soll auf Gott, Glauben und Religion. Beim Eröffnungsgottesdienst in der Sankt-Hedwigs-Kathedrale erklärte der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky, trotz kleiner werdender Gemeinden sei Kirche in den Diaspora-Gebieten der neuen Bundesländer nicht flächendeckend verschwunden. „Gotteslob und die Stimme der Zeugen Gottes sind nicht verstummt, das Ewige Licht ist nicht überall erloschen“, so Sterzinsky wörtlich. Zwar seien die katholischen Kirchen sehr versteckt und manchmal nicht sonderlich ansehnlich, aber es „verbergen sich in ihnen und um sie herum geistliche Oasen“. Der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Pfarrer Georg Austen, hob hervor, die Aktion sei ein Zeichen der Solidarität mit Kirchengemeinden in einer glaubensfernen Umgebung. Der Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, Peter Frey, ermunterte die katholischen Pfarreien bei der Veranstaltung dazu, sich stärker als bisher in die gesellschaftlichen Debatten einzumischen. Er forderte die Pfarreien auf, zu einem „praktischen Rettungsanker“ in schwierigen Situationen zu werden. Gerade in Zeiten zunehmender Mobilität müssten sie Anlaufstelle und Plattform für gegenseitige Hilfe sein. Ein „Sonntagscafe“ zwischen den Gottesdiensten zum Beispiel könne ein guter Startschuss für neue Netzwerke vor Ort sein.