Boeselager äußert sich zu Krise im Malteserorden

Rom (DT/KNA) Die Ursache der Krise im katholischen Malteserorden ist aus Sicht des Großkanzlers Albrecht von Boeselager eine schlechte Beratung des Großmeisters Matthew Festing. Auf die Frage, ob Festing oder der Kardinalpatron des Ordens, Raymond Leo Burke, gelogen hätten, wollte Boeselager am Donnerstag in Rom nicht antworten. Er betonte erneut, er habe ein reines Gewissen; die Vorwürfe gegen ihn seien haltlos. „Das hat, soweit ich weiß, auch die Untersuchung des Vatikan ergeben.“ Der Orden müsse nun nach vorne blicken und sich wieder auf seine Arbeit konzentrieren. „Wichtiger, als die Krise des Malteserodens sind die weltweiten Krisen“, so Boeselager. Zum Glück habe der Streit im Orden sich nicht zu stark auf Spenden und Hilfsprojekte ausgewirkt. Boeselager war im Dezember vom Amt des Großkanzlers enthoben und Ende Januar wieder eingesetzt worden. Dieser Schritt hatte zu einem schweren Konflikt zwischen Festing und dem Vatikan geführt. Hinter der Amtsenthebung Boeselagers wurden interne Machtkämpfe vermutet. Dazu sagte er, die Gründe seien ihm größtenteils ein Rätsel. Es habe jedoch zunehmend Spannungen zwischen ihm und einigen von Großmeister Festing in den Orden gebrachten Leuten gegeben. Boeselager dankte dem Großmeister für dessen Rücktritt und dem Vatikan für sein Eingreifen. Ein neuer Großmeister innerhalb von drei Monaten gewählt werden. Boeselager sicherte die Zusammenarbeit mit dem angekündigten päpstlichen Delegaten zu, den der Vatikan zur „geistlichen Erneuerung des Ordens“ entsenden wollte.