Bistum bestätigt Exorzismen

Erzdiözese Paderborn: „Eine Form des Gottesdienstes“

Paderborn (DT/KNA) Im Erzbistum Paderborn hat es in den vergangenen neun Jahren drei kirchlich genehmigte Exorzismen gegeben. Das bestätigte Pressesprecher Ägidius Engel am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Paderborn. Seit 1999 seien achtzehn ernstzunehmende Anfragen eingegangen. In drei Fällen sei unter Einhaltung strenger Kriterien ein Priester mit der Durchführung beauftragt worden. Das Erzbistum sei dabei den Regelungen der Römischen Glaubenskongregation von 1999 gefolgt. Danach müssten Gutachten eines Psychiaters und eines Pastoralpsychologen eingeholt werden, unterstrich Engel. Nur wenn die Fachleute Diagnosen wie Zwangsneurose oder Borderline-Störung ausschließen könnten, dürfe ein Seelsorger mit dem Exorzismus beauftragt werden. Zudem müsse die betroffene Person einwilligen, dass dieser unter ärztlicher Betreuung erfolge. „Es handelt sich beim Exorzismus nicht um Schamanentum, sondern eine Form des Gottesdienstes“, hob der Sprecher hervor.

In einem am Sonntag erstmals ausgestrahlten Radiobericht kamen WDR-Journalisten zum Ergebnis, dass exorzistische Praktiken in Deutschland häufig seien. Mehrere bayerische Bistümer hatten am Montag auf Anfrage erklärt, dass es einen genehmigten großen Exorzismus bei ihnen seit vielen Jahren nicht mehr gegeben habe.