Bischofsweihe in Passau

Oster will schnell unters Volk – „Mit Jugendlichen unterwegs sein“

Passau (DT/KNA) Der Benediktbeurer Salesianerpater Stefan Oster (48) wird am Samstag zum neuen Bischof von Passau geweiht. Zum Gottesdienst im Passauer Stephansdom werden 5 000 Gläubige erwartet. Mehr als 20 Bischöfe aus dem In- und Ausland werden ihrem künftigen Mitbruder die Hände auflegen. Die Zeremonie wird vom Münchner Kardinal Reinhard Marx geleitet. Oster war von Papst Franziskus am 4. April zum Nachfolger des Passauer Bischofs Wilhelm Schraml (78) ernannt worden. Er wird damit jüngster Diözesanbischof in Deutschland. Im Bistum Passau leben rund 490 000 Katholiken. In einem Interview mit dem „Passauer Bistumsblatt“ sagte Oster, er wolle so bald wie möglich alle Dekanate seiner Diözese besuchen. „Einfach raus ins Gelände und die Menschen treffen, das ist wichtig.“ Er wolle Bischof für alle Generationen sein. Als Salesianer sei es aber sein Charisma, ganz gut mit jungen Menschen zu können. Deshalb sei es ihm ein Herzensanliegen, Formen zu finden, „um mit jugendlichen Menschen unterwegs zu sein“.

Seine Vorstellungen einer jungen Kirche wird der neue Bischof auch beim Katholikentag in Regensburg erläutern. Am Samstag in einer Woche wurde dazu von den Organisatoren des Christentreffens kurzfristig ein Podiumsgespräch mit Oster über „Medien, Jugend und Gebet“ angesetzt. Der Bischof war in seinem Erstberuf Journalist. Er stellt sich den Fragen von Erwin Albrecht, dem Rundfunkbeauftragten der Freisinger Bischofskonferenz. Mit auf dem Podium sitzt auch ein Mitglied des Jugendgebetskreises „God for you(th)“, den Oster in Benediktbeuern gegründet hat. Vor dem neuen Amt hat Oster eigenen Worten zufolge „keine Angst“. Das hänge auch mit seinem Glauben zusammen. Allerdings habe er „riesen Respekt“ vor dem Thema Leitung. „Ich bin kein Mensch, der große Leitungserfahrung hat und bin gespannt, wie es wird.“ Bewusst sei ihm, dass er künftig wohl auch Entscheidungen werde treffen müssen, die dem einen oder anderen nicht schmeckten. „Man macht sich nicht nur Freunde. Aber – das ist auch klar – man kann nicht Everybodys Darling sein, das geht nicht.“

Mit Blick auf den weiteren Weg der Kirche sagte Oster, Menschen bräuchten Gemeinschaftserfahrungen, in denen vertiefte Gläubigkeit erfahrbar werde. „Gott sei Dank ist es so, dass in Passau noch viel Volkskirche im klassischen Sinne da ist.“ Aber es sei nicht zu übersehen, dass der Glaube von Generation zu Generation irgendwie ausdünne. Wichtig sei deshalb Räume zu schaffen, wo Menschen Glauben erfahren und selber zur Sprache bringen könnten. Er selbst wolle weiter authentisch sein und für seinen Glauben einstehen. Dann kämen von selbst Menschen, die eine Weggemeinschaft bilden wollten.