„Beteiligung aller“

Papst für gemeinsamen Friedenseinsatz von Christen und Juden im Heiligen Land und Nahen Osten

Vatikanstadt (DT/KNA) Die Religionen müssen und können nach Ansicht von Papst Franziskus eine wichtige Rolle bei der Suche nach Frieden im Heiligen Land und im Nahen Osten spielen. Ein solcher Friede verlange Mut, Geduld, Beharrlichkeit und die Beteiligung aller, sagte er am Donnerstag vor einer Delegation der jüdischen Organisation „Bnai Brith“ im Vatikan.

Der Papst äußerte sich zufrieden über die „großen Fortschritte“, die in den vergangenen 50 Jahren seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–65) im Verhältnis zwischen Juden und Christen erreicht worden seien. Es sei ein Klima des gegenseitigen Vertrauens und der Wertschätzung auf Grundlage des gemeinsamen geistigen Erbes entstanden. Beide Religionen arbeiteten in vielen Bereichen zusammen, etwa für Respekt vor dem Leben und der Schöpfung, für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Solidarität. „Insbesondere sind wir aufgerufen, gemeinsam für den Frieden zu beten und zu arbeiten“, unterstrich der Papst.

In den Fußstapfen zweier Päpste

Als Vorkämpfer für die jüdisch-christliche Aussöhnung bezeichnete Franziskus die Päpste Johannes XXIII. (1958–1963) und Johannes Paul II. (1978–2005). „In ihren Fußstapfen möchte ich mit Gottes Hilfe voranschreiten, ermutigt auch durch viele schöne Erfahrungen von Begegnungen und Freundschaften, die ich in Buenos Aires hatte.“ Er erinnerte daran, dass Johannes XXIII. während des Zweiten Weltkriegs viele Juden gerettet habe. Von Johannes Paul II. seien einige „historische Gesten“ in Erinnerung, etwa der Besuch in Auschwitz. Als „Meilenstein“ für die christlich-jüdische Aussöhnung bezeichnete Franziskus das Konzilsdokument „Nostra aetate“, das vor fünfzig Jahren verabschiedet wurde und das Verhältnis der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen auf eine neue Grundlage stellte.