Bestsellerautor will Kloster retten

Der Abtei Himmerod droht nach 900 Jahren das Aus: Schriftsteller appelliert an Zisterzienserobere

Wittlich (DT/KNA) Bestsellerautor Rainer M. Schröder („Die Bruderschaft vom Heiligen Gral“, Trilogie) hat die Verantwortlichen des Zisterzienserordens aufgerufen, die in finanziellen wie auch personellen Schwierigkeiten steckende Zisterzienserabtei Himmerod nahe Wittlich in der Eifel zu retten. Dass der Orden eine Auflösung des Himmeroder Konvents erwäge, sei für ihn so erschütternd, dass er sich weigere, dies für möglich zu halten, heißt es in einem am Mittwoch bekannt gewordenen offenen Brief Schröders. Er ist gerichtet an den Abt der Zisterzienserabtei Marienstatt, Andreas Range, und an den Abtpräses der Mehrerauer Kongregation der Zisterzienser, Anselm van der Linde. Marienstatt ist Mutterabtei von Himmerod. Anfang Oktober will das Kapitel der Mehrerauer Kongregation, der neben anderen Abteien sowohl Marienstatt als auch Himmerod angehören, über die Zukunft von Himmerod befinden. Die Abtei in der Eifel sei ein ganz besonderer Ort der Besinnung, Glaubensvertiefung und Inspiration, schreibt Schröder, der sich regelmäßig dort aufhält.

Mit Hinweis darauf, dass sich die Kirchen immer mehr leerten und die „kostbare Liturgie“ sträflichst vernachlässigt werde, fragt Schröder, wie man angesichts einer solchen Krise einen Ort wie Himmerod schließen könne, der jedes Jahr tausendfach spirituelle Frucht trage. Es gelte, Himmerod zu retten und dort eine geistig-spirituelle Erneuerung zu ermöglichen, so Schröder. Sein Name steht nicht zuletzt für spannungsreiche historische Romane, von denen einige in Himmerod spielen. Die Abtei hatte kürzlich beim zuständigen Amtsgericht Wittlich für ihre Wirtschaftsbetriebe Insolvenzantrag gestellt. Personell stellt sich die Lage des Konvents so dar, dass er elf Mönche zählt. Das Durchschnittsalter liegt jenseits der 60. Schröder räumt ein, dass die quantitative wie qualitative Schwäche des Konvents Sorgen bereite. Vor allem fehlten Priester-Mönche. „Sollte es dann nicht möglich sein, aus anderen Klöstern solche für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung zu stellen?“, fragt Schröder. Vor dem Hintergrund der marianisch geprägten Zisterzienserspiritualität schreibt Schröder, die Gottesmutter habe Himmerod nicht nur vor fast 900 Jahren gewollt, sondern wolle es auch heute noch. Er wette darauf, so Schröder, dass die Gottesmutter auch heute ein scharfes Auge darauf halte,„wer sich für ihr Himmerod starkmacht und wer Himmerod einfach so ,abwickeln‘ will wie ein Pleiteunternehmen der einstigen DDR“.