Benedikt berät mit Kardinälen über Vatileaks

Lombardi: Pontifex will „Klima der Ruhe und des Vertrauens wieder herstellen“

Vatikanstadt (KNA) Papst Benedikt XVI. will offenbar die durch die „Vatileaks“-Affäre ausgelöste Unruhe im Vatikan beilegen. Am Samstagvormittag nahm der Papst an der Versammlung der Leiter der vatikanischen Kurienbehörden teil. Eine Koordination ihrer Arbeit sei gegenwärtig „besonders wichtig und dringend“, um ein glaubwürdiges Zeugnis für die „geistliche Einheit“ zu geben, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Samstag mit.

Der Papst wolle mit ihnen „Gedanken und Vorschläge“ austauschen, die dazu beitragen könnten, „das erwünschte Klima der Ruhe und des Vertrauens gegenüber der Arbeit der römischen Kurie wiederherzustellen“, so Lombardi. An der Unterredung nehmen teil der Erzbischof von Sydney, George Pell, der Präfekt der vatikanischen Bischofskongregation, Marc Ouellet, der Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Jean-Louis Tauran, der emeritierte Generalvikar für die Diözese Rom, Camillo Ruini, sowie der frühere Präfekt der vatikanischen Missionskongregation, Jozef Tomko. Letzterer gehört der Kardinalskommission an, die der Papst im April eingesetzt hatte, um die Verbreitung vertraulicher vatikanischer Dokumente in italienischen Medien aufzuklären.

Benedikt XVI. wolle seine Überlegungen zu diesem Thema „im ständigen Dialog mit Personen, die mit ihm die Verantwortlichkeit für die Regierung der Kirche teilen, vertiefen“, sagte Lombardi. Die Teilnehmer des Gesprächs zeichneten sich durch „ihre großen und vielfältigen Erfahrungen im Dienst der Kirche nicht nur in Rom, sondern auch international“ aus. Der Vatikansprecher kündigte an, dass der Papst seine Gespräche zu diesem Thema in den kommenden Tagen fortsetzen werde. Vor einer Woche hatte Benedikt XVI. die dreiköpfige Kardinalskommission empfangen, die er mit Ermittlungen in der „Vatileaks“-Affäre beauftragt hat.