Auseinandersetzung mit Nichtglaubenden

Vatikan plant Evolutions-Kongress – Erzbischof Ravasi: Ökonomie zurück in den Bereich der Kultur

Vatikanstadt (DT/KNA) Der Vatikan plant einen internationalen Kongress zu Evolutionstheorien. An dem Treffen in der römischen Gregoriana-Universität sollen Naturwissenschaftler, darunter einige Nobelpreisträger, sowie herausragende Theologen und Philosophen teilnehmen, wie der Leiter des Päpstlichen Kulturrats, Erzbischof Gianfranco Ravasi, in „Radio Vatikan“ ankündigte. Konkrete Namen und einen Termin nannte er nicht.

Ziel des Kongresses ist nach Darstellung Ravasis ein interdisziplinärer Austausch. So sollten sich Naturwissenschaftler den Anfragen der Theologie stellen, Theologen und Philosophen die Forschungserträge der Evolutionsbiologen zur Kenntnis nehmen. Ravasi kündigte weiter an, der vatikanische Kulturrat werde künftig Wirtschaftswissenschaften stärker in seine Arbeit einbeziehen. Der Erzbischof begründete dies mit der Aufgabe der Wirtschaft, eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Die Ökonomie müsse „wieder in den Bereich der Kultur zurückkehren“, der es letztlich um eine Analyse des Menschen gehe, sagte Ravasi.

Auf dem Arbeitsprogramm, das der Kulturrat bei seiner Plenarsitzung am Donnerstag diskutierte, standen laut Ravasi auch Fragen der Globalisierung, der kirchlichen Kommunikation in einer säkularen Gesellschaft und die Auseinandersetzung mit Nichtglaubenden. Es gebe „ein breites Spektrum von Menschen, die den Himmel für leer halten“, sagte der Kulturratsleiter. Deshalb sollen im Kulturrat nach dem Willen Ravasis künftig auch Atheisten mitarbeiten. Für die katholische Kirche seien Gesprächspartner „unverzichtbar“, die die Welt aus einem anderen Blickwinkel interpretierten, sagte Ravasi. Er befürworte daher die Mitwirkung von Nichtglaubenden bei den regelmäßigen Plenarsitzungen der Vatikanbehörde.