Aus den Zeitschriften

Von Regina Einig

Das von Papst Franziskus angekündigte „Jahr der Orden“ bietet einen Aufhänger, die Perspektiven und Zukunftschancen von Ordensleuten unter die Lupe zu nehmen. Während apostolisch tätige Gemeinschaften in Europa teilweise vor massiven Nachwuchsproblemen stehen, zieht das kontemplative Leben mehr junge Gottsucher in seinen Bann. Die benediktinische Zeitschrift „Erbe und Auftrag – Monastische Welt“ (Erzabtei Beuron 01/14) widmet ihr aktuelles Heft dem Thema „Auf die Jungen hören“. Die Benediktsregel billigt dem Urteil der Jungen Gewicht zu: Oft offenbare der Herr einem Jüngeren, was das Bessere sei, heißt es darin. Michaela Puzicha OSB (Abtei Varensell) geht davon aus, dass die Benediktsregel wie die Alte Kirche und das Frühe Mönchtum „die biblische Umwertung gesellschaftlicher Einschätzungen“ übernimmt. Die Beteiligung der Jungen sei allerdings nicht so zu verstehen, dass alles, was sie sagen, „Offenbarung Gottes oder prophetische Kritik“ sei. Was Kapitel 3, 3 der Benediktsregel bedeutet, übersetzt Corona Bamberger OSB (Abtei Herstelle) in ihrem „Brief „Lieber Heiliger Vater Benedikt“: Jung werden und bleiben verlange eine Umkehr, „weil es der ersten Liebe näher ist, weil die Jüngeren normalerweise offener sind für den Heiligen Geist“.

Aufschlussreich sind in diesem Zusammenhang die „Reflexionen über eine Studie aus den USA“ von Bernhard A. Eckerstorfer OSB. Der Novizenmeister des Stiftes Kremsmünster stellt die Studie der Georgetown University (USA) vor, die untersucht, wie junge Ordensleute gestrickt sind. Fazit: Insgesamt ist das Eintrittsalter bei Frauen und Männern deutlich gestiegen. Wesentlich für die Entscheidung für das Ordensleben ist für die überwältigende Mehrheit (85 Prozent) das anziehende Beispiel anderer Ordensleute und die klare katholische Identität der Gemeinschaft. Am interessantesten sind für beide Geschlechter Institute, in denen die Mitglieder Wert auf eine gepflegte Liturgie und das Gemeinschaftsleben legen, täglich gemeinsam die Eucharistie feiern, das Stundengebet halten und weitere Frömmigkeitsformen miteinander pflegen: Im Vergleich zur Konzilsgeneration fällt die Wiederentdeckung der Eucharistischen Anbetung auf: Unter den seit 1980 Geborenen findet sie deutlich höheren Zuspruch (75 Prozent) als in der Konzilsgeneration (35 Prozent).

Junge Schwestern und Mönche legen zudem Wert auf ihr Ordensgewand. Sie wollen als Ordensleute erkennbar sein „und betonen ihre Treue zur Kirche und zum Lehramt“. Wie in den Vereinigten Staaten, so auch in Europa: Der 1968 in Basel geborene Bruder Iohannes Chandon Chattopadhyay (Abtei Disentis) bestätigt, dass er sich mit den in der Studie dargelegten Positionen mühelos identifizieren kann: „Insbesondere finde ich mich auch wieder bei der Betonung der Treue zur Kirche und zum Lehramt. (...) Sie ist für mich selbstverständlich. Ich bin nicht irgendeiner Jesuspartei beigetreten und fühle dementsprechend keinerlei Neigung, mich in irgendwelche ideologische Grabenkämpfe zu verstricken, sondern ich bin in ein Kloster eingetreten, um Christus nachzufolgen. Ich bin in meinem Leben weit genug gereist und lange genug auf anderen Wegen gegangen, um zu wissen, dass ich nichts anderes mehr will, als meinem Herrn zu dienen.“