Augsburger Oberhirte kritisiert Abhörpläne

Mixa kündigt „massiven Widerstand“ der Kirche gegen Aufweichung des Seelsorgegeheimnisses an

Augsburg (DT/KNA) Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat Pläne aus dem Bundesinnenministerium kritisiert, nach denen mit der geplanten Verschärfung der Sicherheitsgesetze auch das Abhören von Priestern erlaubt werden soll. „Der Gedanke, dass die Beichte hinsichtlich ihrer Vertraulichkeit nicht absolut geschützt sein könnte, ist geradezu unerträglich“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstagsausgabe). „Das Beichtgeheimnis, dessen Verletzung die Kirche seit alters her mit schweren Strafen belegt, ist ein elementares Menschenrecht und die älteste Datenschutzbestimmung für die intimsten Nöte des Menschen.“

Mixa kündigte massiven Widerstand der Kirche gegen die Aufweichung des Seelsorgegeheimnisses an. Das Beichtgeheimnis sei in Deutschland durch das Reichskonkordat umfassend und völkerrechtlich geschützt. Im Fall des Konkordats-Bruchs müsse die Politik „mit dem breitesten und entschiedensten Widerstand der Kirche rechnen“. Der Bischof äußerte zugleich Zweifel, ob zum Beispiel islamistische Terroristen den Beichtstuhl in einer katholischen Kirche aufsuchen.

Einem Referentenentwurf des Innenministeriums zufolge soll das Abhören von Abgeordneten, Verteidigern und Priestern künftig vorbeugend bei Gefahr für Leib und Leben oder Freiheit möglich sein. Die SPD lehnt diese Forderung ab. Auch andere katholische Bischöfe hatten dagegen protestiert.