„Attentate gegen das Leben“

Kardinal Sepe verweigert Umweltsündern die Kommunion

Rom (DT/KNA) Neapels Kardinal Crescenzio Sepe spricht Mafiosi und Betreibern illegaler Müllkippen ein Recht auf Kommunion ab. Wer giftige Abfälle in Trinkwassergebieten entsorge, begehe „Attentate gegen das Leben“, sagte der Erzbischof am Rand einer internationalen Umweltschutzkonferenz, wie der italienische bischöfliche Pressedienst SIR (Freitag) berichtet. „Wer das Leben angreift, ist gegen Gott“, so Sepe weiter. „Wenn sie kein Zeichen von Reue zeigen, gibt es für solche Personen keine Sakramente in der Kirche.“

Sepe bezog sich mit seiner Äußerung auf die Camorra, die zwischen Neapel und Caserta im großen Stil illegal Abfälle verbrennt. „Wenn ich mein Leben auf dem Tod der anderen aufbaue wie die, die Giftmüll produzieren, wie kann ich dann wagen, in eine Kirche zu gehen und Gottesdienste mitzufeiern?“, fragte der Kardinal. Die als „Terra dei fuochi“ („Land der Feuer“) bezeichnete Region bei Caserta fand vor allem durch den Bestsellerautor Roberto Saviano internationale Aufmerksamkeit, der in seinem Buch „Gomorrha“ die Tätigkeit der Camorra, der neapolitanischen Mafia, beschrieb. Im Juli besuchte Papst Franziskus Caserta und verurteilte dabei Kriminalität und Korruption. Auf seinen Wunsch nahmen an einer Messe auch Eltern teil, deren Kinder an Tumorerkrankungen infolge der Umweltbelastung gestorben waren. Der Gottesdienst fand unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt.