„Antihumaner Frevel“

Kothgasser und Kapellari betonen Lebensschutz

Graz (sb) Die Erzdiözese Salzburg begeht am kommenden Sonntag einen „Tag des Lebens“, bei dem ein „Krabbelstau“ erwartet und die Domgarage zur „Kinderwagengarage“ umfunktioniert wird. In einem Grußwort schreibt Salzburgs Erzbischof Alois Kothgasser: „Alles Leben kommt aus dem Atem Gottes. Es ist ein Geschenk, das wir ehrfürchtig und dankend annehmen sollen. Von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende liegt das Leben nicht in der Verfügungsmacht des Menschen, sondern in Gottes Hand.“

Um dieses Bewusstsein zu stärken, wach zu halten oder zu wecken, brauche die Gesellschaft die Stimme der Kirche und das gelebte Zeugnis der Christen. Kothgasser dankte ausdrücklich „allen Eltern, die Ja zum Leben ihres Kindes sagen“.

Gleichzeitig kündigt der Diözesanbischof von Graz-Seckau, Egon Kapellari, in einem Hirtenbrief an, die Bemühungen zum Schutz und zur Entfaltung des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen zu verstärken und dafür auch Allianzen mit Menschen und Einrichtungen zu suchen, die nicht der Kirche angehören. Kapellari, der auch stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz ist, kritisiert Gefährdungen des Lebens: „Im Dienst eines biologisch starken Lebens wird das schwache Leben der Ungeborenen, der Menschen mit Behinderung und der Menschen an der Todesschwelle vielfach aufs Spiel gesetzt oder zur Seite geschoben.“ Gegen Tendenzen zur Euthanasie, die in vier europäischen Staaten bereits legalisiert ist, meint der steirische Bischof: „Das uns gebotene Mitleid mit dem tragischen Geschick unheilbar Kranker darf nicht den Damm unterminieren, der Menschen generell vor dem Druck ihrer Umgebung schützt, sich den Tod selbst zu geben oder von anderen geben zu lassen.“

Auch mit dem jüngsten, im Rest Europas aus ethischer Perspektive heftig kritisierten Beschluss in Großbritannien setzt sich Bischof Kapellari in seinem Hirtenbrief auseinander: „Eine naturwissenschaftliche Forschung, die menschliche Embryonen herstellt, um sie im Dienst der Gesundheit Lebender zu zerstören und eine Forschung, die menschliche und tierische Organismen zu Chimären kreuzt, wie dies jüngst in Großbritannien erlaubt wurde, all das ist eine Gestalt von Egoismus im Dienst des technischen Fortschrittes, der zugleich ein schwerwiegender antihumaner Frevel ist. Diese Grenzüberschreitung wird nicht nur von bewussten Christen, sondern auch von vielen nicht religiösen Humanisten bekämpft.“