Angriffe auf Kirchen und Klöster im Irak

Bagdad (DT/dpa) Zu Beginn des Weihnachtsfestes der orthodoxen Christen im Irak haben Extremisten sieben Kirchen und Klöster angegriffen. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete in der Nacht zum Montag, die Angreifer hätten vor allem Sachschaden angerichtet. Sechs Menschen seien durch die Angriffsserie am Sonntag verletzt worden, darunter zwei Wächter, die vor den Gotteshäusern postiert worden waren. Der chaldäische Patriarch, Kardinal Emmanuel III. Delly, vermutet hinter der Anschlagsserie einen koordinierten Plan. Betroffen sind in Bagdad die chaldäische Georgskirche im Ghadir-Vierel, in der der Patriarch kurz zuvor einen Gottesdienst gefeiert hatte, eine griechisch-melkitische Kirche und ein Schwesternkonvent in Zaafraniya. Ziel der Anschläge in Mossul waren die chaldäische Pauluskirche, der Eingang eines von Schwestern geführten Waisenhauses in Alnoor und der Dominikanerinnenkonvent von Aljadida. In der nördlichen Stadt Mossul explodierten Autobomben vor zwei Kirchen. Seit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein im Frühjahr 2003 haben viele Christen den Irak verlassen. Christen werden wegen ihres Glaubens und weil sie keinen Stamm haben, der sie verteidigt, besonders häufig Opfer islamistischer Terroristen und krimineller Banden. Die orthodoxen Christen feiern das Weihnachtsfest am 6. und 7. Januar.