Altenberger Dom: Meisner predigt zum Jubiläum

Odenthal (DT/KNA) Kirche und Politik haben am Sonntag den 750. Jahrestag der Grundsteinlegung des Altenberger Doms im Bergischen Land begangen. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner feierte am Morgen ein Pontifikalamt, an dem auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) teilnahm. In seiner Predigt rief der Kardinal die Christen zu einem offenen Bekenntnis ihres Glaubens und zur Mitgestaltung der Gesellschaft auf. „Unsere missionarische Chance in Deutschland am Anfang des 21. Jahrhunderts ist viel besser, als wir glauben“, sagte er. Mit Blick auf die zurückliegende kommunistische Herrschaft in Mittel- und Osteuropa und die gegenwärtige Debatte über Abtreibung und Biomedizin warnte er vor Staatsvergötterung und einer „Entheiligung der Welt“. Sie führten die Menschen in die Unfreiheit. Den Altenberger Dom würdigte Meisner als „Faustpfand der bleibenden Gegenwart Gottes in unserer Mitte“. Er sei zugleich „die Visitenkarte für den Glaubensstand“ in der dazu gehörenden Gemeinde. Im Rahmen des 750-Jahr-Jubiläums des Doms sind rund 80 Konzerte, Gottesdienste, Kongresse, Ausstellungen und Führungen geplant. Das Gotteshaus wird als Simultankirche von der katholischen und evangelischen Gemeinde gemeinsam genutzt. Rüttgers eröffnete am Mittag eine Ausstellung über den mittelalterlichen Baubetrieb. Sie trägt den Titel „Sie haben nicht auf Sand gebaut“. Den Grundstein für das gotische Gotteshaus legte Graf Adolf IV. von Berg am 3. März 1259.