Albert Schmid verteidigt Bischof Müller

Regensburg (DT/KNA/pd) Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, hat Bischof Gerhard Ludwig Müller in Schutz genommen. Dieser habe in seiner Predigt zum 100-jährigen Bestehen des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in der Diözese keinen Vergleich zwischen den Methoden des NS-Regimes und dem heutigen Umgang der Medien mit dem Missbrauchsskandal gezogen, sagte Schmid der „Katholischen SonntagsZeitung“ für das Bistum Regensburg. „In erster Linie ging es ihm dabei um die großartige Vorbildfunktion von katholischen Frauen während des Dritten Reiches gegen das Unrechtsregime.“ Die Reaktionen mancher Politiker bezeichnete Schmid, der selbst lange Jahre für die SPD im Landtag saß, als „typische politische Reflexe, die vollkommen neben der Sache liegen“. Wenn der Bischof sich nicht nur für die Missbrauchsopfer, sondern auch für die Institution Kirche einsetze, nehme er im wahrsten Sinne des Wortes berechtige Interessen wahr. „Für die Kirche Christi zu sprechen, ist Hirtenpflicht“, sagte der oberste katholische Laie im Freistaat. Die Predigt des Bischofs am vergangenen Samstag hatte für heftige Reaktionen gesorgt. Dabei würdigte Müller das couragierte Auftreten des Laienverbands in der NS-Zeit als vorbildlich auch für heute. Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über aktuelle Missbrauchsfälle sagte der Bischof, auch jetzt gebe es eine „Kampagne gegen die Kirche“. Auch das Forum Deutscher Katholiken verteidigte den Regensburger Bischof. Müller habe hat recht, wenn er von einer „Kampagne gegen die katholische Kirche“ spreche, heißt es in einer zu Beginn der Woche veröffentlichten Erklärung. Der Regensburger Oberhirte habe in seiner Predigt keinen Vergleich mit der NS-Zeit gezogen, „aber zu Recht darauf hingewiesen, dass die Nazis damals die katholische Kirche wegen angeblicher sexueller Vergehen von Ordensleuten kompromittieren und kriminalisieren wollten“, heißt es in der Erklärung. Der durchsichtige Versuch, Medien bei ihrer Kampagne gegen die Kirche gegen Kritik zu immunisieren, stelle einen Angriff auf die Meinungsfreiheit dar.