Afghanistan: Zollitsch für mehr Ausgewogenheit

Berlin (DT/KNA) In der Debatte um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr plädiert der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, für mehr Ausgewogenheit. Die Situation in dem Land sei oftmals sehr unübersichtlich, betonte der Freiburger Erzbischof in einem Interview der „Welt Am Sonntag“. Bisweilen könne man erst im Nachhinein sagen, ob einzelne Aktionen verhältnismäßig gewesen seien oder nicht. Die Forderungen nach einem schnellen Abzug der Truppen aus Afghanistan beurteilte Zollitsch zurückhaltend. „Wir sehen die ganze Sache eben etwas differenzierter“, sagte der Freiburger Erzbischof. Zugleich bekräftigte jedoch auch Zollitsch den Wunsch nach einer Neubewertung des Bundeswehr-Einsatzes am Hindukusch. Es gehe im Kern um die Frage, wie es in Afghanistan zu einem „gerechten Frieden“ kommen könne. Dieser sei „das Ergebnis vieler Faktoren, zu denen ein Mindestmaß an praktizierter Freiheitlichkeit – auch religiöse Freiheit –, politischer Beteiligungsrechte und sozialer Ausgewogenheit“ gehöre.