Ackermann kritisiert Glaubenspräfekten

Trierer Bischof unterstützt Kardinal Marx: Müller kann Geschiedenen-Debatte nicht beenden

Trier (DT/KNA) Der Bischof von Trier, Stephan Ackermann, hat sich in der kirchlichen Debatte um wiederverheiratete Geschiedene hinter den Münchner Kardinal Reinhard Marx gestellt. Der „Trierische Volksfreund“ (Donnerstag) zitiert Ackermann mit den Worten: „Der Präfekt der Glaubenskongregation kann die Diskussion nicht einfach mit einer autoritativen Stellungnahme beenden.“ Damit bezog sich Ackermann auf Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller, der unlängst in einem Brief den Erzbischof em. von Freiburg, Robert Zollitsch, aufgefordert hatte, die Freiburger Handreichung zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen zurückzunehmen und zu überarbeiten, weil sie im Widerspruch zur katholischen Lehre stünden.

Kardinal Marx hatte gesagt, Müller könne die Diskussion nicht einfach beenden. Ackermann sagte nun laut „Volksfreund“, weder er noch Marx wollten das katholische Eheverständnis in Frage stellen. „Aber wir müssen intensiver und ehrlicher die konkrete Wirklichkeit von vielen Paaren und Familien berücksichtigen“, erklärte der Trierer Bischof. Zugleich räumte er ein, es sei schwierig, gute pastorale Lösungen zu finden, die nicht die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe in Frage stellten. Ackermann wandte sich dagegen, das Problem auf die Frage „Kommunionempfang Ja oder Nein?“ zu verkürzen. Problematisch finde er, „dass jemand sein Leben lang auch vom Empfang des Bußsakraments ausgeschlossen bleibt“. Schließlich sei die Beichte nach katholischem Verständnis eine „ganz große Chance auf Versöhnung und Neuanfang“, so der Bischof.