Abschied von einer „Lebensstellung“

Der ernannte Münchner Erzbischof Marx verlässt Trier

Trier (DT/KNA) Als Reinhard Marx, bis dahin Paderborner Weihbischof, kurz nach seiner Ernennung zum Bischof von Trier die Moselstadt besuchte, äußerte er: „Das ist jetzt deine neue Heimat, und hier willst du leben und sterben.“ Bischof von Trier zu sein, das sei eine „Lebensstellung“. Manchmal kommt es anders, als man denkt: Ende November ernannte Papst Benedikt XVI. Marx zum Erzbischof von München und Freising. Am Samstag nahm Marx mit einem Gottesdienst im Trierer Dom und mit einem sich anschließenden Festakt Abschied vom Bistum Trier. Am 2. Februar wird er in München in sein neues erzbischöfliches Amt eingeführt. Er hoffe, sagt Marx bei seinem Abschied in Trier mit Blick nach München, dass er nun ans Ziel gekommen sei, er nun endgültig Heimat finden könne.

Als zupackender „Mann mit Herz“ gewürdigt

Zum Abschiedsgottesdienst sind über tausend Menschen gekommen. Marx spricht von einem für ihn bewegenden Tag, spricht vom „großartigen, geliebten Bistum Trier“, von Heimat, die er dort gefunden habe, eine Heimat, die kostbar sei, die er nicht einfach ablege, die er vielmehr mitnehme. Die Zeit in Trier, sagt er, werde ihm unvergessen bleiben, sei eingeprägt in sein Herz. Beim Festakt dann gibt es Geschenke, gibt es Dankesworte von Kirchenvertretern, von Politikern. Die Redner würdigen Marx als einen „Mann mit Herz“, als jemanden, der etwas anpacke und es auch zu Ende bringen wolle, als einen, bei dem Wort und Tat sehr nahe beieinanderlägen. Der Festakt findet in der ehemaligen Trierer Abteikirche Sankt Maximin statt. Am Eingang steht – die Karnevalszeit lässt grüßen – ein Abordnung der Trierer Prinzengarde Spalier. Jedermann konnte zu dem Festakt kommen, ein jeder sich persönlich von Marx verabschieden.

Knapp sechs Jahre ist es her, dass Marx an die Spitze des Bistums Trier trat und damit die Leitung des ältesten deutschen Bistums übernahm. Damals war er mit 48 Jahren der jüngste deutsche Diözesanbischof. Seine Ernennung zum Münchner Erzbischof sei für ihn ein großer Vertrauensbeweis, der ihn tief bewege, sagt Marx. Und er fügt hinzu, der Wunsch des Papstes sei für ihn eine „Einladung des Herrn selbst“. Aber: „Ein wenig traurig“ ist er doch. Es falle ihm nicht ganz leicht, das Bistum Trier zu verlassen, sagt Marx. Da müsse er eben durch. Das Wunderschöne an diesem Bistum sei die sehr unterschiedliche Mentalität der Menschen, sei die Vielfalt der Landschaften.

Das Schweigen brechen ist für Mitraträger Pflicht

So ganz alleine geht Marx nicht nach München. Er nimmt seine Theologische Referentin Inge Broy mit und die beiden Ordensfrauen Christin und Benedetta, die ihm den Haushalt führen. Er gehe, so Marx, mit großer Offenheit nach München. Marx weiß: „Man lernt ein Bistum und die Menschen nur kennen, wenn man sie liebt.“ Von Trier aus schaffte es Marx, in der deutschen Öffentlichkeit in besonderer Weise präsent zu sein. Das dürfte von München aus noch besser gelingen. Jedenfalls steht für Marx fest: „Zu meinen Aufgaben gehört es, dass ich mich bemerkbar mache.“ Ein Bischof, der schweige, sagt er, habe seinen Beruf verfehlt.