Absage an das „Diktat der Politik“

Polen: Laien bitten Synodenväter um Mut und Klarheit bei der Familienlehre und warnen vor „Schweigen der Kirche“

Warschau (DT/mee) In einem aktuellen Schreiben bitten polnische Laienvertreter die Teilnehmer der „Generalversammlung der Bischofssynode über die Familie“, die Lehr- und Erziehungsfunktion der Kirche angesichts der modernen gesellschaftlichen Herausforderungen nicht abzutreten, auch wenn die Kirche sich deswegen „heftiger Kritik“ ausgesetzt sähe. Es gehöre zur kirchlichen Verantwortung, die Lehre von Ehe und Familie nicht nur intern, sondern auch „denjenigen klar und ohne jede Zweideutigkeit beizubringen, die außerhalb der Kirche leben“ würden. Ein „Schweigen der Kirche“ zu neuen Familienkonzeptionen würde von den Gläubigen manchmal als eine „Flucht des Hirten weg von seinen Schafen“ angesehen werden.

Dabei betonen die unter dem Namen „Forum der Katholischen Milieus: Zwischen Synoden“ (Forum Œrodowisk Katolickich: Miêdzy Synodami) auftretenden Autoren, wie wichtig es sei, dass die Synodenväter „die Ideologie und die institutionellen Mechanismen“, welche die Familie gefährden, einer „sorgfältigen Analyse“ unterzögen. Institutionen und Ideen, welche zu der von Papst Franziskus kritisierten „ideologischen Kolonalisierung“ beitragen würden, sollten „angezeigt und beim Namen genannt werden“. Außerdem sei es geboten, „auf klare und verständliche Art und Weise“ solche Schulprogramme und sexuellen Erziehungsmethoden zu beschreiben und zu beurteilen, welche „die Ehe ihrer geistigen und ethischen Dimension berauben“ und zur Demoralisierung von Kindern und Jugendlichen führen würden. Die „katholische Familie“ müsse vor internationalen Organisationen und politischen Programmen geschützt werden, welche „unter dem Vorwand der Neutralität“ einen „Kampf“ gegen die Familie ausüben würden. Das „Diktat der Politik“, welches auf die „Destabilisierung des Geschlechts und die Neudefinition der Familie“ abziele, sei „beunruhigend“.

Die Laien, zu denen bekannte katholische Journalisten, Wissenschaftler und Vertreter geistlicher Bewegungen und Stiftungen in Polen zählen, warnen in dem Schreiben, das bereits den polnischen Synodenvätern übergeben worden ist, ausdrücklich vor der „großen Versuchung, die Definition der sakramentalen Ehe und der darauf aufgebauten Familie abzuschwächen“. „Die Seelsorge“, so die Laien weiter, „bedarf einer klaren Doktrin- und Morallehre.“ Das „Herz der Familienseelsorge“ sei die „sakramentale Ehe“. Die Familie sei „der Weg zur Heiligkeit“ und müsse zu einer „erlösenden Gemeinschaft“ werden.

Ausführlich gehen die polnischen Laien auf das Verhältnis von Kirche, Familie und Kultur ein. Die Kirche, so ist in dem Schreiben zu lesen, dürfe nicht darauf verzichten, „negative Formen der gegenwärtigen Kultur“, wie Pornographie und Werbung, zu kritisieren. Auch sei es die wesentliche Berufung der Kirche, die Zivilisation und Kultur des Lebens zu verkünden. Empfängnisverhütung, künstliche Befruchtung, Abtreibung, eugenische Indikation und Euthanasie dagegen seien Ausdruck einer Feindlichkeit, die sich gegen die Würde der Person richten würde.

Wie das „Forum der Katholischen Milieus: Zwischen Synoden“ mitteilt, sind die in dem Schreiben aufgeführten Punkte das Ergebnis mehrerer Zusammenkünfte. Zu den Geistlichen, die bei den Diskussionen und Debatten des Forums teilgenommen haben, zählen auch renommierte Priester und Wissenschaftler wie Piotr Mazurkiewicz und Franciszek Longchamps de Berier.