Titus und Timotheus - Die Tagesheiligen am 26. Januar

26. Januar: Die Wochenheiligen Die heiligen Titus und Timotheus

Am 25. Januar, dem Fest der Bekehrung des Apostels Paulus, endet alljährlich die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Sie wurde 1909 von Paul Francis Wattson ins Leben gerufen und 1916 von Papst Benedikt XV. für die katholische Kirche übernommen. Höhepunkt der Gebetswoche in Rom ist in jedem Jahr die feierliche Vesper am Grab des Völkerapostels in der Basilika „Sankt Paul vor den Mauern“ unter Vorsitz des Heiligen Vaters. Unmittelbar im Anschluss an die Gebetswoche, am 26. Januar, gedenkt die Kirche zweier Heiliger, die für die Ökumene besondere Bedeutung besitzen, da an sie gerichtete Pastoralbriefe zu den kanonischen Schriften des Neuen Testaments gehören: die heiligen Timotheus und Titus.

Timotheus und Titus gehören zu den engsten Mitarbeitern des Apostels Paulus. Benedikt XVI. widmete ihnen eine Katechese, in der er hervorhob, dass vor allem Timotheus „in den Augen des Paulus große Achtung genoss“ und dieser in ihm „gleichsam ein ,alter ego‘“ sah, wie aus dem Brief an die Philipper hervorgeht: „Ich habe keinen Gleichgesinnten, der so aufrichtig um eure Sache besorgt ist.“

Timotheus wurde im kleinasiatischen Lystra als Sohn einer jüdischen Mutter und eines heidnischen Vaters geboren. Er kannte zwar von Kindheit an die heiligen Schriften, wurde jedoch zunächst nicht beschnitten. Paulus wählte Timotheus, der ihm „von den Brüdern in Lystra und Ikonion empfohlen worden“ war, auf seiner zweiten Missionsreise als Begleiter, ließ ihn aber „mit Rücksicht auf die Juden, die in jenen Gegenden wohnten“, beschneiden. Anschließend reiste Timotheus zusammen mit Paulus und Silas über Troas nach Mazedonien, dann sandte Paulus ihn von Athen aus nach Thessalonich, um die dortige junge Gemeinde im Glauben zu stärken. Danach begegneten sich beide wieder in Korinth und anschließend in Ephesus, von wo aus Paulus die Briefe an Philemon und an die Philipper schrieb, in denen er Timotheus als Mitabsender erwähnt, ebenso wie im Zweiten Brief an die Korinther; auch im Brief an die Römer fügt Paulus Grüße von Timotheus hinzu. Die letzten Erwähnungen von Timotheus finden sich in der Apostelgeschichte, wo es heißt, dass er in Troas auf Paulus wartete, der auf dem Weg nach Jerusalem war, sowie im Hebräerbrief, wo es heißt: „Wisst, dass unser Bruder Timotheus freigelassen worden ist; sobald er kommt, werde ich mit ihm zusammen euch besuchen.“

Benedikt XVI. betont in seiner Katechese, dass „die Gestalt des Timotheus als die eines bedeutenden Hirten hervortritt“ und verweist auf die Kirchengeschichte des Eusebius von Cäsarea, der zufolge Timotheus der erste Bischof von Ephesus war. „Einige seiner Reliquien, die aus Konstantinopel stammen“, so Benedikt XVI., „befinden sich seit 1239 in Italien in der Kathedrale von Termoli in der Region Molise.“

Anders als Timotheus stammte Titus aus einer heidnischen Familie und blieb unbeschnitten. Paulus nahm ihn mit nach Jerusalem zum Apostelkonzil, wo beschlossen wurde, dass die Christen nicht dem mosaischen Gesetz unterworfen sein sollten, wofür Titus, den Paulus in dem an ihn gerichteten Brief als seinen „echten Sohn aufgrund des gemeinsamen Glaubens“ bezeichnet (Titus 1, 4), als Musterbeispiel präsentiert wurde.

Paulus sandte Titus zweimal nach Korinth: Beim ersten Mal gelang es ihm, den Frieden in der Gemeinde und das gute Verhältnis zum Völkerapostel wiederherzustellen, beim zweiten Mal sollte er dort Spenden zugunsten der Christen in Jerusalem sammeln. Aus den Pastoralbriefen wissen wir außerdem, dass er Bischof von Kreta war und schließlich nach Dalmatien ging, wo sich seine historische Spur verliert. Einer antiken Überlieferung zufolge starb er in hohem Alter im Jahr 105 auf Kreta: Er ist bis heute der Schutzpatron der Insel.

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