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Der heilige Toribio de Mogrovejo - 23. März

Turibio Alfons de Mogrovejo y Robledo wurde am 18. November 1538 als Sohn einer vornehmen Familie in Mayorga in der nordspanischen Provinz Valladolid geboren und schlug zunächst eine zivile Laufbahn ein, indem er Rechtswissenschaften studierte.
Heilige Toribio de Mogrovejo

Im Januar 2018 unternahm Papst Franziskus eine Apostolische Reise nach Südamerika, auf der er Chile und Peru besuchte. In der peruanischen Hauptstadt hielt er eine lange Ansprache an die Bischöfe des Landes, in der er den heiligen Toribio de Mogrovejo, den dritten Erzbischof von Lima, in den Mittelpunkt stellte. Dieser werde, so der Papst, auf einem Gemälde in der Vatikanischen Pinakothek nicht zu Unrecht als „neuer Mose“ dargestellt, der sein Volk zu neuen Ufern führte. Er verließ die Bequemlichkeit des Bischofshauses, um alle Menschen in seinem riesigen Bistum aufzusuchen – von den 22 Jahren seines Bischofsamtes war er 18 Jahre außerhalb von Lima unterwegs –, wobei er nicht nur geographische, sondern vor allem auch kulturelle Grenzen überwand. Er förderte die Übersetzung von Katechismen in die Sprachen der Indios und weihte auch Mestizen zu Priestern, „in einer Zeit, in der dies sehr umstritten war“, wobei er sich persönlich auch um ihr materielles Wohl kümmerte. Gleichzeitig bekämpfte er die Korruption und prangerte Ausbeutung und Missbrauch der Indios an. Unter seinem Vorsitz fand das dritte Konzil von Lima statt, das „einen kostbaren Schatz der Einheit im Glauben, pastorale und organisatorische Bestimmungen sowie wertvolle Inspirationen für die ersehnte lateinamerikanische Integration hervorbrachte“. Der Gedenktag des Schutzpatrons der lateinamerikanischen Bischöfe ist der 23. März.

Toribio Alfons de Mogrovejo y Robledo wurde am 18. November 1538 als Sohn einer vornehmen Familie in Mayorga in der nordspanischen Provinz Valladolid geboren und schlug zunächst eine zivile Laufbahn ein, indem er Rechtswissenschaften studierte. Mit 40 Jahren war er oberster Richter am Kirchengerichtshof von Granada, als Papst Gregor XIII. ihn auf Empfehlung König Philipps II. überraschend zum Erzbischof von Lima ernannte. Innerhalb kürzester Zeit empfing er zunächst die niederen Weihen, dann die Priester- und schließlich die Bischofsweihe. 1581 kam er in Lima an, um sein Amt anzutreten.

Peru befand sich in jenen Jahren in einem tiefgreifenden historischen Umbruch. 1532 war Francisco Pizzarro im Inka-Reich angekommen und hatte dieses innerhalb kürzester Zeit unterworfen. Knapp zehn Jahre vor Toribio de Mongrovejos Amtsübernahme war Tupac Amaru, der letzte Herrscher der Inka, enthauptet worden, während das Volk durch grausame Kriegführung und die Einschleppung unbekannter Krankheiten aus Europa, wie Pocken und Masern, dezimiert worden war. In dieser Situation hatte Toribio, dessen Aufgabe es war, die Evangelisierung des Landes voranzubringen, keine einfache Stellung. Er beschloss zunächst die Einberufung eines Provinzialkonzils und später weiterer Synoden, um die Richtlinien für die Christianisierung der Indios, vor allem durch die Erarbeitung von Katechismen, festzulegen.

Während wir heute durch die Geschichtsforschung über den Beginn der Kolonialisierung von Peru gut unterrichtet sind, bot sich Toribio und seinen Zeitgenossen ein sehr verworrenes Bild. Der Bischof betrachtete es daher als seine vordringliche Aufgabe, seine Erzdiözese erst einmal kennenzulernen. Diese erstreckte sich über ein riesiges Territorium, das von Panama bis Chile reichte und mehrere Klimazonen von den Küstengebieten am Pazifik über das Hochland der Anden bis hin zu den Regenwäldern umfasste, in denen nicht nur die Nachfahren der Inka, sondern auch weitere Indio-Völker wie Quechua und Aymara lebten, mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen. Insgesamt dreimal durchreiste Toribio das ganze Gebiet. In Lima selbst hielt er sich nur für kürzere Perioden auf, etwa für die Gründung des ersten Priesterseminars der Erzdiözese im Jahr 1591. Daneben errichtete er auf seinen Pastoralreisen Kirchen, Schulen, Klöster und Hospitäler sowie Einrichtungen für Arme und für Jugendliche.

Toribio de Mogrovejo verstarb auf seiner letzten Pastoralreise, am 23. März 1606, einem Gründonnerstag, in einer kleinen Kapelle eines abgelegenen Dorfes im Norden von Peru. 1679 wurde er von Papst Innozenz XI. selig- und 1726 von Benedikt XIII. heiliggesprochen.

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