Würzburg

Der heilige Gregor der Erleuchter - 30. September

Nach der Überlieferung wurde das Christentum im Jahr von Gregors Bischofsweihe zur Staatsreligion in Armenien erhoben. Der Bischof wurde zu einem Vorkämpfer der Evangelisierung.
Der heilige Gregor der Erleuchter

Im September 2001 besuchte Papst Johannes Paul II. den Kaukasus aus Anlass des 1700. Jahrestags der „Bekehrung Armeniens“. Gemeinsam mit dem Patriarchen der Armenisch-Apostolischen Kirche, Karekin II., feierte er einen ökumenischen Gottesdienst in der damals gerade neu errichteten Armenisch-Apostolischen Kathedrale in der Hauptstadt Jerewan. Papst Franziskus unterzeichnete hier im Jahr 2016 mit Karekin II. eine gemeinsame ökumenische Erklärung. Die Kathedrale ist nach dem heiligen Gregor dem Erleuchter, dem „Apostel Armeniens“, benannt, dessen Reliquien aus Neapel, wo sie ein halbes Jahrtausend geruht hatten, als Zeichen ökumenischer Verbundenheit in die neue Kathedrale überführt worden waren. Der Gedenktag des heiligen Gregors des Erleuchters ist der 30. September.

Nach armenischer Überlieferung wurde Gregor um das Jahr 240 im Reich der Parther, dem heutigen Iran, geboren und stammte aus dem Adelsgeschlecht der Arsakiden. Um den Thron an sich zu reißen, tötete Gregors Vater Anak den armenischen König Chosrau II., woraufhin Anaks gesamte Linie ausgelöscht wurde. Nur Gregor, der noch ein Kind war, wurde von einem Verwandten gerettet und nach Kappadokien gebracht, wo er im christlichen Glauben erzogen wurde.

Gregor heiratete eine armenische Frau, mit der er zwei Söhne bekam. Er bemühte sich eifrig um die Verbreitung des Evangeliums in Armenien, während die Parther und die Römer versuchten, das Gebiet ihrem jeweiligen Reich einzuverleiben. Gegen Ende des dritten Jahrhunderts setzte der römische Kaiser Diokletian den Sohn des ermordeten Chosrau II. auf den armenischen Thron. Der neue Herrscher mit Namen Trdat III. war bei den Römern aufgewachsen. Wie Diokletian betrachtete er die Christen als Staatsfeinde und verlangte heidnische Opfer von ihnen, um ihre Loyalität zu prüfen. Als Gregor, der am Königshof tätig war, sich weigerte, ein solches Opfer zu vollziehen, ließ Trdat ihn zunächst foltern und dann im Gebirge in einer Höhle aussetzen.

Durch Reue geheilt und bekehrt

Trdat verfolgte die Christen immer grausamer. Nachdem er über 35 heilige Frauen hatte ermorden lassen, wurde er – so die Überlieferung weiter – wegen seiner Bosheit von einem schrecklichen Ausschlag im Gesicht befallen. Als Gregor dies erfuhr, kehrte er aus der Höhle, wo er ein Einsiedlerleben führte, zurück, um die heiligen Frauen zu begraben. Er führte Trdat zu ihrem Grab, und dieser empfand tiefe Reue über seine Tat. In diesem Augenblick wurde er von seinem Ausschlag geheilt, bekehrte sich zum christlichen Glauben und ließ sich taufen.

Diese Überlieferung ist mit legendenhaften Elementen durchzogen, aber Tatsache ist, dass Trdat III. das Christentum zur Staatsreligion erhob, wodurch Armenien der erste christliche Staat der Welt wurde. Traditionell wird die „Bekehrung Armeniens“ auf das Jahr 301 datiert – also noch vor dem Mailänder Toleranzedikt von 313, das die Christenverfolgungen im Römischen Reich beendete –, während die historische Forschung eher dazu tendiert, sie auf 314 anzusetzen. In diesem Jahr wurde Gregor der Erleuchter im Rahmen einer Synode im kappadokischen Caesarea zum Bischof geweiht. Er setzte sich im Rahmen der Evangelisierung des armenischen Volkes unermüdlich für den Bau von Kirchen, Schulen und Klöstern ein. Sein Sohn Aristanes wurde später ebenfalls zum Bischof geweiht. Er gehörte zu den 318 Konzilsvätern, die im Jahr 325 am Ersten Konzil von Nizäa teilnahmen, auf dem das Glaubensbekenntnis formuliert wurde. Gregor selbst soll sich gegen Ende seines Lebens wieder als Einsiedler in eine Höhle zurückgezogen haben, wo er im Jahr 331 starb.

Die Armenier hatten eine sehr wechselvolle, häufig tragische Geschichte, deren trauriger Höhepunkt der Völkermord zur Zeit des Ersten Weltkriegs war, dem bis zu 1, 5 Millionen Armenier zum Opfer fielen. In der ganzen Welt leben zahlreiche Armenier in der Diaspora. Ihr Zusammenhalt wird bis heute vor allem durch die christliche Religion geprägt. Fast alle Armenier – etwa 94 Prozent – gehören der Armenisch-Apostolischen Kirche an.

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