Goch

Kraft tanken für den Alltag

Das „Marianne van den Bosch Haus“ in Goch ist auf die Betreuung von Müttern mit kleinen Kindern spezialisiert.

Die Stadt Goch, am unteren linken Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen gelegen, verfügt über ganzjährig mildes und ausgeglichenes Klima. Ideale Voraussetzung für Mütter-Kind-Kuren. Gesundheitsförderndes Klima und die ruhige Lage sind schließlich wesentlicher Bestandteil der Therapie und tragen zum Heilungsprozess bei kleinen und großen Patienten bei. Gelegen am Stadtrand von Goch in einem Wald- und Parkgelände, wurde das „Marianne van den Bosch Haus“ als Vorsorge- und Rehabilitationsklinik für Mütter und Kinder mehrfach ausgezeichnet. „Unser Haus hat sich auf die fürsorgliche Betreuung von Müttern mit kleinen Kindern spezialisiert. Alle Angebote richten sich an Mütter mit Kindern im Alter von bis zu sechs Jahren. Das ist im Müttergenesungswerk und in Deutschland ein einzigartiges Angebot“, erläutert Klinikleiterin Beatrix Lichtenberger gegenüber dieser Zeitung das Konzept des Hauses. Sie bezeichnet die Klinik als „ein sehr überschaubares Kurhaus mit einer persönlichen Atmosphäre“. Pro Jahr finden 15 Kuren mit jeweils 26 Müttern und deren Kindern statt. Die Kinderbetreuung erfolgt in drei Kleingruppen im heilpädagogisch ausgerichteten Kinderland, das in einem freistehenden Gebäude neben dem Haupthaus liegt. Dort werden auch die kinderärztlich verordneten Therapiemaßnahmen durchgeführt.

Das „Marianne van den Bosch Haus“ verfügt über vier Wohngruppen. Jede Wohngruppe ist mit einem Gemeinschaftsraum und einer Teeküche ausgestattet. Mit einem Lift ist jede Etage erreichbar. Die großzügigen Appartement verfügen alle über einem Wohn-/Schlafraum für die Mutter, einem Kinderzimmer und einem separaten Bad mit Dusche/WC sowie Telefon mit Direktdurchwahl. Behinderten- und allergiegerechte Appartements sind auf Anfrage möglich. Die Außenanlage ist kindgerecht gestaltet, so dass die Kinder ungestört spielen können. Mit dem benachbarten Krankenhaus besteht eine Kooperation.

Familie, Haushalt, Beruf, Krankheit, persönliche Schicksale – es gibt viele Gründe, warum Mütter überlastet sind. Oft bleibt ihnen kaum Zeit, im Alltag neue Kraft zu tanken. Das kann auf Dauer krank machen. Dagegen können Mutter-Kinder-Kuren helfen. In jeder Kur des „Marianne van den Bosch Hauses“ gibt es besondere therapeutische Angebote zur Stärkung und Verbesserung der Mutter-Kind-Interaktion, zur Erziehungsberatung, Stressbewältigung im Alltag, Selbstwahrnehmung, Selbstsicherheit oder Trauerberatung.

In der Vorsorge unterstützt das Haus nach Angaben von Beatrix Lichtenberger Mütter mit geschwächter Gesundheit: „Gestärkt wird dabei vor allem die Fähigkeit zur Selbsthilfe und Eigenverantwortung.“ Im Bereich der Rehabilitation betreut das Haus Mütter mit bestimmten psychischen Verhaltensstörungen. Für alle Therapien stehen erfahrene Spezialisten zur Verfügung, die in ständiger Abstimmung miteinander stehen und gegebenenfalls Anpassungen des Therapieplans vornehmen. Vermittelt werden die Aufenthalte im „Marianne van den Bosch Haus“ in der Regel durch Kurberatungsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden. Diese kümmern sich auch um die Nachsorge, um einen nachhaltigen Erfolg der Kur sicherzustellen.

Jede Mutter und jedes Kind hat für die dreiwöchige Kur einen individuellen Therapieplan, der Angebote aus Bereichen wie ärztliche Versorgung, Physiotherapie, psychologische Beratung, Sozialberatung, Entspannungstherapie, Sport oder Ernährungsberatung enthält. Das „Marianne van den Bosch Haus“ nimmt ausschließlich Mütter mit Kindern auf. Auch wenn mittlerweile Väter Familienaufgaben erfüllen und der alltägliche Balanceakt zwischen Beruf und Familie dann auch für Väter immer öfter zur Belastung wird: „Es gibt andere Kliniken – auch im Bereich der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Müttergenesung –, die Kurmaßnahmen ausschließlich für Väter mit Kindern durchführen“, betont die Leiterin des Hauses.

Im Gegensatz zu anderen Kliniken begleiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mütter und ihre Kinder bei Glaubens- und Lebensfragen. Als Orientierung und Wegweiser dient das Leitbild des Hauses, in dem unter anderem steht: „Christliches Handeln heißt für uns, die uns anvertrauten Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen anzunehmen und ihr Vertrauen durch bestmögliche Versorgung zurückzugeben.“ Diese Maxime interpretiert Beatrix Lichtenberger für den Klinikalltag so: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermutigen in Konflikt- und Krisensituationen zu einer aktiven Auseinandersetzung und unterstützen die Mütter, ihren eigenen Weg zu gehen. Der Lebenshintergrund der Mütter und Kinder wird dabei aktiv einbezogen.“ Mütter und Kinder hätten dabei die Gewissheit, „dass sie angenommen und wertgeschätzt werden – unabhängig von ihrer Nationalität und ihrem Glauben, ihrem biographischen oder gesellschaftlichen Hintergrund“. Zur Identität des „Marianne van den Bosch Hauses“ gehört schließlich, dass christliche Symbole in die Arbeit integriert werden, es Gelegenheiten zu Gottesdiensten und geistlichen Impulsen gibt.

Wo einst Zigarrenmacher und Weber Handel betrieben, leben heute etwa 34 000 Menschen. Inmitten zweier Flussarme der Niers entstand vor mehr als 750 Jahren die Stadt Goch – am Rande des größten zusammenhängenden Waldgebietes Nordrhein-Westfalens, dem Reichswald, nahe der Kreisstadt Kleve. Goch gilt als attraktiver Gesundheitsstandort für Mutter-Kind-Kuren. Über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt wurde Goch als Geburtsort von Arnold Janssen. Am 5. Oktober 2003 sprach Papst Johannes Paul II. den Gründer des Steyler Missionswerkes heilig. Der Sohn eines Fuhrmanns, am 5. November 1837 in der Stadt am Niederrhein geboren, gilt als Bahnbrecher der modernen Missionsbewegung in Europa. Dem Heiligen ist in Goch die Arnold Janssen-Kirche gewidmet. Ihr Bau geht zurück auf die Anregung von Papst Paul VI. anlässlich der Seligsprechung von Arnold Janssen am 19. Oktober 1975: „Ihr in Goch müsst das Andenken des größten Missionars des 19. Jahrhunderts immer hochhalten. Sorgt dafür, dass er bekannt wird.“ Also wurde am 11. Januar 1978 in Goch die neue Arnold-Janssen-Gemeinde gegründet. Die Pfarrkirche wurde am 31. Oktober 1982 von Regionalbischof Ludwig Averkamp konsekriert. Anlässlich der Kirchweihe schenkte die Muttergemeinde St. Maria Magdalena den Taufstein, an dem Arnold Janssen getauft worden war. Die Kirche St. Maria Magdalena, eine gotische dreischiffige Backsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert, ist als Taufkirche des Heiligen seit dem 18. Mai 2005 offiziell als Wallfahrtskirche anerkannt. chp

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